Díaz-Canel: Dialog mit den USA ist festgefahren
- Kubas Präsident Díaz-Canel bezeichnete den Dialog mit den USA als festgefahren und erklärte, trotz bestehender Kontakte habe es bisher weder Fortschritte noch eine gemeinsame
- Berichte über einen bevorstehenden wirtschaftlichen Zusammenbruch Kubas wies der Präsident in dem Interview zurück.
Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel hat eingeräumt, dass die Gespräche zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten derzeit "feststecken". In einem Interview mit der brasilianischen Zeitung Folha de S.Paulo erklärte er, dass trotz einer grundsätzlichen "Bereitschaft zum Dialog" und bereits erfolgter Kontakte zwischen beiden Seiten bislang "kein Fortschritt erzielt werden konnte" und es "keine definierte Agenda" gebe.
"Unter Unterdrückung kann es keinen Dialog geben"
Díaz-Canel machte den anhaltenden US-Druck auf die Insel für die Blockade verantwortlich. "Unter Unterdrückung kann es keinen Dialog geben", betonte er. Damit deutete er an, dass Kuba einen Fortschritt in den bilateralen Beziehungen an eine Lockerung des amerikanischen Drucks knüpft – ohne jedoch konkrete Bedingungen zu nennen. US-Senator Marco Rubio hat unterdessen eine wirtschaftliche Strangulierung Kubas bis 2029 als Ziel ausgegeben, was das diplomatische Klima zusätzlich belastet.
Kuba "nicht am Rand des Zusammenbruchs"
Zugleich wies Díaz-Canel die Einschätzung zurück, Kuba befinde sich "am Rand des Zusammenbruchs". Die wirtschaftliche Lage des Landes sowie die genauen Inhalte der bisherigen Kontakte zwischen Havanna und Washington bleiben aus dem vorliegenden Material nicht näher bestimmbar. Offen bleibt auch, wie die US-Seite die Verhandlungssituation bewertet – eine amerikanische Stellungnahme liegt nicht vor. Solange weder eine gemeinsame Agenda vereinbart noch der gegenseitige Druck reduziert wird, dürfte eine Annäherung zwischen beiden Ländern weiterhin ausbleiben.