Philippe will Lehrerlöhne um 20% erhöhen
- Horizons-Kandidat Edouard Philippe verspricht eine Erhöhung der durchschnittlichen Lehrervergütung um 20 Prozent innerhalb eines Fünfjahreszeitraums und begründet dies mit dem
- Philippe will eine Bußgeldregelung nach britischem Vorbild für Eltern störender, mobbender oder absentistischer Schüler einführen und Schulen mehr Autonomie über Stundenpläne und
- Für Künstliche Intelligenz plant der Kandidat einen Stufenansatz: kein Einsatz vor dem Collège, ab dem Lycée jedoch ein KI-gestütztes Lernhilfesystem sowie KI-Unterstützung für
Edouard Philippe, Horizons-Kandidat für die französische Präsidentschaftswahl 2027, hat in einem am Montag, dem 24. August, veröffentlichten Interview seine bildungspolitischen Pläne vorgestellt. Zentrales Versprechen: eine Erhöhung der durchschnittlichen Lehrervergütung um 20 Prozent innerhalb eines Fünfjahreszeitraums.
Gehalt und Würde der Lehrenden
Der Bürgermeister von Le Havre und frühere Premierminister fordert, die Vergütung auf "mindestens das europäische Durchschnittsniveau, insbesondere in der Mitte der Laufbahn" anzuheben. Den fiskalischen Spielraum sieht er durch den demografischen Rückgang gegeben: "Mit knapp einer Million weniger Schülerinnen und Schülern haben wir die Mittel, die Klassen dort weiter zu verkleinern, wo es notwendig ist, und die Lehrkräfte besser zu entlohnen, ohne die öffentlichen Finanzen zu belasten." Er bezeichnet die geplante Erhöhung als "massiv, aber unerlässlich, um dem Beruf seine Würde zurückzugeben".
Drei Reformschwerpunkte
Philippe benennt drei übergeordnete Prioritäten: eine "Schule des Grundwissens", die Verdienst und Exzellenz in den Mittelpunkt stellt; die Rückkehr von Autorität, Sicherheit und Gelassenheit im Schulbetrieb; sowie die Würde der Lehrerinnen und Lehrer. Zur Umsetzung der schulischen Ordnung schlägt er eine "Verantwortungsgeldbußenregelung nach britischem Vorbild" vor – gerichtet gegen Eltern von Kindern, die mobben, stören oder dem Unterricht fernbleiben, sowie gegen Eltern, die selbst gewalttätig auftreten. Der Bürgermeister solle auf Vorschlag des pädagogischen Teams in der Lage sein, Verstöße gegen die Schulruhe rasch zu ahnden.
Mehr Schulautonomie und flexible Strukturen
Der Kandidat will Schulen in Abhängigkeit von "lokalen Gegebenheiten" größere Eigenverantwortung einräumen – etwa bei Tages- und Wochenstundenplänen, der Klassenorganisation und der Pädagogik. Schulleitungen sollen künftig deutlich mehr Befugnis erhalten, bei Bedarf zusätzliche Unterrichtsstunden anzusetzen. Einrichtungen sollen außerdem die Möglichkeit bekommen, das Schuljahr für Schülerinnen und Schüler, die es benötigen, ein bis zwei Wochen früher zu beginnen – für jene, denen zweieinhalb Monate Ferien zu lang seien.
Gestaffelter Einsatz Künstlicher Intelligenz
Für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz schlägt Philippe einen Stufenansatz vor: kein KI-Einsatz vor dem Collège, danach eine Ausbildung zum verantwortungsvollen Umgang damit, und ab dem Lycée eine universelle Lernunterstützung, in die ein KI-Agent integriert werden könne. Gleichzeitig solle das Potenzial der KI voll ausgeschöpft werden, um Lehrende bei der Unterrichtsvorbereitung und Aufgabenkorrektur zu entlasten. Der Wahlkampf 2027 nimmt damit auch bildungspolitisch an Kontur zu, während das politische Spektrum Frankreichs in Bewegung bleibt.
Philippes Vorschläge sind einstweilen programmatischer Natur; eine parlamentarische oder haushaltliche Absicherung steht aus. Ob und wie die Finanzierungsrechnung aufgeht, bleibt nach aktuellem Stand offen.