Banaszak nennt Spiegel-Cover zu Ulrich "Grusel-Porno"
- Grünen-Chef Banaszak bezeichnete das Spiegel-Titelbild, das AfD-Politiker Ulrich als "gefährlichsten Mann Deutschlands" zeigt, als "Grusel-Porno", der niemanden erreiche.
- Ulrich nutzte den Spiegel-Titel nach Banaszaks Darstellung umgehend für seinen Wahlkampf und signierte eingekaufte Exemplare für Anhänger – was Banaszak als verharmlosend
- Banaszak schilderte eine körperlich bedrohliche Begegnung mit einem aufgebrachten Mann im Wahlkampf und erklärte, er nehme Personenschutz nicht immer in Anspruch.
Grünen-Chef Felix Banaszak (36) hat in einem TV-Gespräch mit Moderatorin Pinar Atalay (48) die Entscheidung des Nachrichtenmagazins Spiegel scharf kritisiert, den AfD-Spitzenkandidaten Siegmund Ulrich (35) als "gefährlichsten Mann Deutschlands" auf dem Titel zu zeigen. "Ich bin von diesem Titelbild überhaupt nicht überzeugt, weil es überhaupt nicht den Effekt hat, den man gerade bräuchte. Das ist Grusel-Porno. Das holt niemanden ab", sagte Banaszak.
Kritik an Titelblatt – und an der Reaktion Ulrichs
Banaszak betonte, er gehöre "nicht zu den Leuten, die die Gefahr verharmlosen, die von einer verfassungsfeindlichen Partei ausgeht". Ulrich wirke auf den ersten Blick nicht bedrohlich, hinter ihm stünden jedoch laut Banaszak Personen wie ein AfD-Mitglied, das – so seine Darstellung – mit einem Baseballschläger auf einen 14-Jährigen losgegangen sei, der Wahlplakate entfernt hatte. "Ich möchte nicht, dass Sachsen-Anhalt von solchen Menschen regiert wird", erklärte Banaszak. Wie die Sachsen-Anhalt-Wahl die politische Lage im Land verändert, verfolgen Beobachter auch im Kontext anderer Kandidaturen – etwa des CDU-Bewerbers Schulze.
Besonders verärgert zeigte sich Banaszak darüber, dass Ulrich den Spiegel-Titel umgehend für seinen Wahlkampf instrumentalisierte und eingekaufte Exemplare für Anhänger signierte. Er halte "nichts von diesem Titel, aber auch nichts von Verharmlosung", sagte Banaszak sichtlich aufgebracht. Das sei ein "lustiges Schauspiel", das er nicht als souveränen Umgang werte.
Bedrohliche Begegnung im Wahlkampf
Banaszak schilderte außerdem einen Zwischenfall, der in einem ntv-Videobeitrag festgehalten wurde: Ein Mann schrie ihn aus kürzester Entfernung an – "Dein Name, der steht in meinem Kopf drinne!" – und holte einmal aus. "Das war eine durchaus angespannte Situation", räumte Banaszak ein. Gleichzeitig relativierte er die Bedeutung für seine eigene Person: "Das hört sich jetzt mehr nach Heldengeschichte an als es war. Um mich muss sich ja niemand Sorgen machen." Er befinde sich in einer "unfassbar privilegierten Situation", weil er gehen könne – viele Menschen in solchen Regionen könnten das nicht.
Der Grünen-Vorsitzende erläuterte, er habe bewusst auf Bühnendistanz verzichtet und setze auf direkte Begegnung mit Wählerinnen und Wählern. In einem Umfeld, in dem er zufolge 40 bis 45 Prozent der Menschen erwägen, eine "verfassungsfeindliche Partei" zu wählen, bedeute das auch konfrontativere Momente. Beim CSD in Neustrelitz habe er nur mit Personenschutz teilnehmen können – Schutz, den er nach eigenen Angaben nicht immer zur Verfügung habe. Die Debatte darüber, welche Konsequenzen ein starkes AfD-Abschneiden für staatliche Institutionen hätte, beschäftigt bereits Gewerkschaftler der Polizei.
Banaszaks Auftreten verdeutlicht die Spannung zwischen dem Anspruch auf Bürgernähe im Wahlkampf und den Sicherheitsrisiken, denen Spitzenpolitiker dabei zunehmend ausgesetzt sind.