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Politik 3 min read 6h ago

Söder wirbt in Wernigerode für CDU-Kandidaten Schulze

  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder trat in Wernigerode vor rund 500 Zuhörern für CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze auf — zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
  • Söder bezeichnete die AfD-Forderung nach einem Ausstieg aus Euro und Schengen als 'das schlimmste wirtschaftliche Schredder-Programm' und setzte Wirtschaft und Leistung als
  • CDU-Kandidat Schulze konterte den AfD-Slogan 'Ich möchte mein altes Land zurück' mit dem Hinweis auf Massenarbeitslosigkeit der 90er-Jahre und die Einschränkungen zu DDR-Zeiten.
Söder wirbt in Wernigerode für CDU-Kandidaten Schulze
Söder wirbt in Wernigerode für CDU-Kandidaten Schulze

Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59) im Harz für den CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze (47) geworben. Rund 500 Zuhörerinnen und Zuhörer kamen dazu ins HKK-Hotel in Wernigerode — ein Andrang, den die Partei als Erfolg wertete.

Wirtschaft als zentrales Wahlkampfthema

Söder machte früh deutlich, welches Thema den Abend dominieren sollte: die Wirtschaft. Er sprach über Arbeitsplätze, Energiepreise, Bürokratie und Investitionen und positionierte sich klar hinter Schulze: "Ich unterstütze euren Ministerpräsidenten", sagte er, und begründete das damit, dass es gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtig sei, einen Regierungschef zu haben, "der von Wirtschaft eine Ahnung hat". Noch vor dem Auftritt hatte sich Söder im Rathaus von Wernigerode in das Goldene Buch der Stadt eingetragen.

Söder forderte zudem eine stärkere Rolle des Ostens in Deutschland und erklärte, er würde "weniger Länderfinanzausgleich nach Berlin geben, sondern lieber dorthin, wo man gut wirtschaften kann" — ein Satz, der im Saal merklichen Applaus auslöste.

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Spitzen gegen EU, Bürokratie und AfD

Mit Humor lockerte Söder seine politischen Botschaften wiederholt auf. Über die Europäische Union spottete er: "Aus Brüssel kommt jede Woche eine neue Idee." Den bürokratischen Aufwand im Inland fasste er pointiert zusammen: "Wenn ich ChatGPT frage, bekomme ich freundlichere Antworten als von einer Behörde."

Besonders scharf fiel Söders Kritik an der AfD aus. Die im ARD-Sommerinterview von AfD-Chefin Alice Weidel (47) erneuerte Forderung nach einem Austritt aus Euro und Schengen bezeichnete er als "das schlimmste wirtschaftliche Schredder-Programm, das wir machen können".

Schulze kontert AfD-Slogan mit historischem Verweis

CDU-Spitzenkandidat Schulze nahm seinerseits die Kampagnenformel des AfD-Herausforderers Ulrich Siegmund (35) ins Visier, der mit dem Satz "Ich möchte mein altes Land zurück" wirbt. Schulze stellte die Gegenfrage: "Welches Land meinen die eigentlich?" — die 90er-Jahre mit Massenarbeitslosigkeit und fehlenden Ausbildungsplätzen, oder gar die DDR? Er erinnerte daran, dass der Brocken vor den Toren Wernigerodes zu DDR-Zeiten für die Menschen vor Ort unerreichbar gewesen sei. "Wir wollen weder zurück in die 90er-Jahre noch zurück in die DDR", sagte Schulze unter Beifall.

Leistung als Leitbegriff des Abends

Söder verknüpfte die wirtschaftspolitische Botschaft mit einem gesellschaftlichen Appell. "Dass bei uns der Begriff Leistung so verteufelt wird, ist eines der Grundprobleme Deutschlands", sagte er. Wer mehr leiste, müsse am Ende auch mehr davon haben. Er plädierte zudem für eine Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung — "Master und Meister sind mindestens gleichwertig" — und erntete für den Nachsatz besonders viel Lachen: "Wobei ich noch keinen Meister gesehen habe, dem ein Plagiat nachgewiesen werden konnte."

Mit dem gemeinsamen Auftritt von Schulze und Söder versuchte die CDU knapp zwei Wochen vor der Wahl, Wirtschaftskompetenz und Abgrenzung zur AfD als prägende Botschaften zu setzen. Ob das Stimmungsbild im HKK-Hotel die Wählerbewegung im Land widerspiegelt, bleibt offen.

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