Schleich vor Schuldentausch und Neustart
- Schleichs Gläubiger sollen ihre Forderungen in Unternehmensanteile umwandeln und damit die bisherige Eigentümerin Partners Group ablösen – Wettbewerbsbehörden in Deutschland und
- Nach einem Umsatzrückgang von 275 Millionen Euro (2022) auf rund 220 Millionen Euro (2024) hat Schleich seinen Stammsitz in Schwäbisch Gmünd aufgegeben und steht unter der Leitung
- Der weltweite Spielzeugmarkt erholt sich laut vorliegenden Informationen, doch ob Schleich dauerhaft auf Wachstumskurs zurückkehren kann, bleibt ungewiss.
Der Spielzeughersteller Schleich steht vor einem weitreichenden Eigentümerwechsel: Finanzgläubiger sollen ihre Forderungen in Unternehmensanteile umwandeln und damit selbst zu Eigentümern des 91 Jahre alten Unternehmens werden. Entsprechende Pläne wurden bereits bei den Wettbewerbsbehörden in Deutschland und Österreich angemeldet, wie aus Finanzkreisen verlautet.
Schuldentausch als möglicher Befreiungsschlag
Hinter dem Finanzgeschäft steht ein klassischer Debt-to-Equity-Swap: Statt einen Teil ihrer Forderungen in bar zurückzuerhalten, würden die Gläubiger künftig am Eigenkapital von Schleich beteiligt. Bislang gehört das 1935 in Schwäbisch Gmünd gegründete Unternehmen dem Schweizer Finanzinvestor Partners Group, der die Marke 2019 übernommen hatte mit dem erklärten Ziel, sie international stark auszubauen.
Vom Corona-Boom in den Abschwung
Während der Pandemie profitierte Schleich zunächst von einer gestiegenen Nachfrage. 2022 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 275 Millionen Euro. Danach folgte ein deutlicher Einbruch: Inflation und gestiegene Lebenshaltungskosten ließen Verbraucher zurückhaltender werden, während Händler gleichzeitig auf hohen Lagerbeständen saßen. 2023 sank der Umsatz um 14 Prozent auf 235 Millionen Euro. 2024 fiel er nach übereinstimmenden Informationen weiter auf rund 220 Millionen Euro.
Harter Sparkurs und neues Management
Das Unternehmen reagierte mit einschneidenden Maßnahmen. Schleich gab seinen jahrzehntelangen Stammsitz in Schwäbisch Gmünd auf. Seit vergangenem Jahr führt Sanierungsmanager Manfred Ziegler die Geschäfte. Ob der geplante Schuldentausch dem Unternehmen tatsächlich den erhofften Neustart ermöglicht, ist offen. Der globale Spielzeugmarkt zeigt inzwischen wieder steigende Verkaufszahlen – ein Umfeld, das Schleich nach dem Abschluss der Restrukturierung zugutekommen könnte. Eine dauerhafte Rückkehr auf Wachstumskurs gilt jedoch als ungesichert.
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