Baumarkt-Insolvenz: 35 Filialen gerettet
- 35 der 114 Hellweg- und BayWa-Bau-&-Garten-Filialen sollen von Investoren übernommen werden, darunter fünf Standorte gesichert durch Obi.
- Rund 4000 Mitarbeiter an Standorten ohne Übernahmelösung erhielten vorsorgliche Kündigungen; 79 Märkte drohen bis Ende November 2026 zu schließen.
- Die Unternehmenszentralen in Dortmund und Garching mit zusammen 340 Beschäftigten sollen ebenfalls aufgelöst werden.
Nach der Insolvenz der Baumarkt-Verbünde Hellweg und BayWa Bau & Garten im Juni 2026 zeichnet sich eine Teilrettung des gemeinsamen Filialnetzes ab: Insgesamt 35 der 114 Standorte sollen von Investoren übernommen werden. Für die übrigen Märkte und rund 4000 dort beschäftigte Mitarbeiter hingegen wurden vorsorgliche Kündigungen ausgesprochen.
Obi und Bauhaus bieten im Insolvenzverfahren mit
Den stärksten Expansionswillen zeigt bislang die Obi-Gruppe aus Wermelskirchen. Das Unternehmen hat den Kauf von fünf Standorten bereits verbindlich bekanntgegeben: die Hellweg-Filialen in Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße und Münster-Gievenbeck sowie die BayWa-Märkte in Nördlingen und Wolfratshausen. Rund 250 Beschäftigte an diesen fünf Standorten sollen zum 1. Dezember 2026 übernommen werden. Nach Umbau und Modernisierung ist die Wiedereröffnung als Obi-Märkte für März 2027 vorgesehen. Darüber hinaus ist Obi für sieben weitere Standorte als bevorzugter Investor nominiert worden; die Verhandlungen darüber laufen noch. Auch die Bauhaus-Gruppe soll aktiv im Insolvenzverfahren mitbieten.
35 Standorte vor der Rettung – vorbehaltlich Kartellrecht und Vermieter
Gerettet werden könnten demnach 18 Hellweg-Filialen und 17 BayWa-Bau-&-Garten-Standorte. Zu den Hellweg-Märkten mit Zukunftsperspektive zählen neben den drei Obi-Übernahmen unter anderem Beckum, Brandenburg, Dahlwitz-Hoppegarten, Dorsten, Dortmund-Hacheney, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Essen-Rellinghausen, Falkensee, Halberstadt, Iserlohn, Mechernich, Potsdam, Schmalkalden und Steinfurt. Auf der BayWa-Seite stehen Standorte wie Backnang, Bad Tölz, Bad Urach, Balingen, Burghausen, Dillingen, Grafenau, Herrenberg, Murnau, Pfarrkirchen, Poing, Schwabmünchen, Viechtach, Weil und Weinsberg auf der Positivliste.
Allerdings stehen die vereinbarten Lösungen nach Angaben von Thomas Feldmann, einem beauftragten Kommunikationsberater, "teilweise noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe oder einer finalen Einigung mit dem jeweiligen Vermieter". Die Rettung dieser Standorte ist damit noch nicht abschließend gesichert.
79 Märkte drohen zu schließen, Zentralen werden aufgelöst
Die deutlich längere Liste betrifft jene Standorte, für die bislang kein Investor gefunden wurde. Bis Ende November 2026 laufen dort Abverkäufe; anschließend droht die endgültige Schließung. Betroffen könnten laut aktuellem Stand 50 Hellweg- und 29 BayWa-Märkte sein. Besonders schwer trifft die Insolvenz die Belegschaften in den beiden Unternehmenszentralen: Der Standort in Dortmund und jener in Garching sollen mit insgesamt 340 Mitarbeitern geschlossen werden.
Als Ursachen für die Schieflage nannte der Verbund eine schwache Branche, zurückhaltende Kunden sowie steigende Mieten und inflationsbedingte Kostensteigerungen. Co-Sanierungsgeschäftsführer Prof. Dr. Gerrit Hölzle bezeichnete die Rettung der 35 Standorte als "ersten Erfolg" und erklärte: "Unser vorrangiges Ziel war und ist es, möglichst viele Standorte und damit möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten." Ob dieses Ziel in vollem Umfang erreicht wird, hängt vom Ausgang der noch laufenden Verhandlungen und behördlichen Prüfungen ab.
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