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Unternehmen 2 min read 1h ago

VW-Betriebsrat fordert Zukunftspläne

  • VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo lehnte Werksschließungen klar ab und forderte von der Konzernspitze Zukunftsperspektiven jenseits reiner Kostenreduzierung.
  • Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies forderte auf EU-Ebene Zölle auch auf Hybridautos aus China und sprach sich für den Erhalt aller niedersächsischen VW-Standorte aus.
  • Ab Dienstag finden neun Betriebsversammlungen statt, bei denen sich der Vorstand zu Sparplänen äußern soll – vier Werke und bis zu 50.000 Stellen stehen auf dem Spiel.
VW-Betriebsrat fordert Zukunftspläne
VW-Betriebsrat fordert Zukunftspläne

Einen Tag vor dem Beginn der Betriebsversammlungen bei Volkswagen hat Betriebsratschefin Daniela Cavallo Werksschließungen eine unmissverständliche Absage erteilt und von der Konzernspitze Zukunftsperspektiven verlangt, die über bloße Kostenreduzierung hinausgehen. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) begleitete Cavallo bei einem Besuch des VW-Werks in Hannover.

Cavallo zieht klare Grenzen

"Wir haben eine Beschäftigungssicherung erkämpft und wir werden auch in Zukunft dafür kämpfen, dass Veränderungen sozialverträglich stattfinden", sagte Cavallo am Montagabend. Sie bestand darauf, dass Altersteilzeit weiterhin angeboten werden müsse. Sollte dieses Instrument entfallen, kündigte sie an, über "andere Maßnahmen" sprechen zu müssen – als IG-Metall-Mitglied stehe sie dafür jedoch nicht zur Verfügung, schränkte sie zugleich ein. Cavallo forderte von der Konzernspitze Perspektiven, die nicht allein auf Kostensenkung ausgerichtet seien.

Lies drängt auf europäische Zölle und Standortsicherung

Ministerpräsident Lies sieht auf EU-Ebene weiteren Handlungsbedarf: Neben den bereits bestehenden höheren Einfuhrzöllen auf Elektroautos aus China müssten künftig auch Hybridfahrzeuge mit Zöllen belegt werden, erklärte er. Zudem sei Deutschland bei den Energiekosten nicht wettbewerbsfähig. Lies sprach sich ausdrücklich für die Weiterführung des sogenannten Niedersächsischen Wegs aus, was den Erhalt aller niedersächsischen VW-Standorte einschließe.

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Neun Betriebsversammlungen bis Ende August

Am Dienstag findet in Wolfsburg die erste von insgesamt neun Betriebsversammlungen statt, die bis Ende August terminiert sind. Dabei soll der Vorstand Stellung zu möglichen Sparplänen nehmen. VW-Chef Oliver Blume hatte bereits im Frühjahr angekündigt, den Sparkurs bei Volkswagen deutlich zu verschärfen. Seitdem stehen vier Werke – darunter die Standorte Emden und Hannover – sowie bis zu 50.000 zusätzliche Stellen unter Druck. Ob und in welchem Umfang Einschnitte tatsächlich vorgenommen werden, ist bislang offen. Die Bundesregierung arbeitet unterdessen an breiteren Reformvorhaben für den Industriestandort Deutschland, wie etwa die geplante Kabinettsklausur zur Reformumsetzung zeigt. Für die Beschäftigten bei Volkswagen bleibt die zentrale Frage unbeantwortet: Wie viele Arbeitsplätze und Werke die angekündigte Neuausrichtung des Konzerns kosten wird.

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