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Politik 3 min read 1h ago

Foto-Eklat bei Berliner Moschee-Debatte

  • FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer zeigte bei einer Wahlkampf-Diskussion in der Dar-Assalam-Moschee in Berlin-Neukölln ein Foto, das Imam Taha Sabri mit dem mutmaßlichen
  • Die Moschee wurde vom Berliner Verfassungsschutz lange der Muslimbruderschaft zugeordnet; die CDU boykottierte die Veranstaltung, SPD, Grüne und Linke nahmen teil.
  • Meyer wurde beim Verlassen der Moschee von aufgebrachten Personen bis zu seinem Auto verfolgt; ein angekündigter Livestream und der Zugang für Medien wurden kurzfristig verweigert.
Foto-Eklat bei Berliner Moschee-Debatte

Bei einer Podiumsdiskussion zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September ist es in der Dar-Assalam-Moschee im Bezirk Neukölln zu einem öffentlichen Eklat gekommen. FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer (50) präsentierte während der Veranstaltung ein mitgebrachtes Foto und behauptete, es zeige Imam Taha Sabri, den Vorsteher der Moschee, gemeinsam mit dem mutmaßlichen Hamas-Hauptspendensammler in Europa, Amin Abu Rashid.

Meyer konfrontiert Imam mit Foto

Meyer erklärte vor dem Publikum: "Das ist Imam Sabri mit dem damals führenden Kopf der Hamas in Deutschland." Amin Abu Rashid wird nach Angaben aus dem Quellmaterial gesucht und soll sich mittlerweile in die Türkei abgesetzt haben. Er soll vom damaligen Hamas-Chef Ismail Haniyeh – der 2024 im Iran getötet wurde – eine Auszeichnung für seine "Verdienste" um die Terrororganisation erhalten haben. Die genaue Natur der auf dem Foto festgehaltenen Begegnung zwischen Sabri und Abu Rashid blieb bei der Veranstaltung ungeklärt.

Die Moderatorin unterbrach Meyer, drohte ihm das Wort zu entziehen und warf ihm Effekthascherei für die Medien vor. Meyer ließ sich davon nicht beirren: "Ich möchte nicht, dass Sie mich unterbrechen, sondern ich möchte genau diese Auseinandersetzung führen!"

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Moschee vom Verfassungsschutz beobachtet

Die Dar-Assalam-Moschee, deren Trägerverein die Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) ist, wurde vom Berliner Verfassungsschutz nach eigenen Angaben lange Zeit der Muslimbruderschaft zugeordnet. Ob diese Einschätzung aktuell noch gilt, geht aus dem vorliegenden Material nicht eindeutig hervor.

Die CDU hatte die Teilnahme an der Veranstaltung boykottiert. Spitzenkandidat Stefan Evers begründete dies mit den Worten: "Mit Islamisten redet man nicht über Demokratie." Die AfD war nicht eingeladen worden.

Reaktionen der anderen Kandidaten

Linken-Kandidatin Elif Eralp beendete die Terrorismus-Diskussion und erhielt dafür lauten Applaus des Moschee-Publikums. "Man muss über muslimisches Leben sprechen können, ohne über religiösen Extremismus zu reden. Dafür sind wir hier", sagte sie. Grünen-Kandidatin Bettina Jarasch warf Meyer vor, dem Imam "Kontaktschuld" zu unterstellen. SPD-Kandidat Steffen Krach erklärte nach der Veranstaltung auf Nachfrage: "Habe ich von der Bühne aus nicht gesehen. Weiß nicht, was drauf ist – sorry."

Medienausschluss und Tumult beim Abgang

Zahlreiche Medien wurden von der Veranstaltung ausgeschlossen. Ein angekündigter Livestream wurde kurzfristig "aus technischen Gründen" abgesagt. Private Aufnahmen der Veranstaltung wurden anschließend weitergereicht. Beim Verlassen des Gebäudes wurde Meyer nach übereinstimmenden Angaben von aufgebrachten Personen bis zu seinem Auto verfolgt. Ob der Vorfall politische oder rechtliche Konsequenzen haben wird, blieb zunächst offen.

Themen

Deutsche WahlenIslamismus und Politik

Personen

Christoph MeyerTaha SabriAmin Abu Rashid

Organisationen

Hamas

Orte

Dar-Assalam-Moschee
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