Habeck wirbt im Biergarten für Grüne
- Robert Habeck (59) warb als politischer Pensionär vor rund 500 Besuchern in einem Magdeburger Biergarten für die Grünen im Sachsen-Anhalter Landtagswahlkampf.
- Eine aktuelle ZDF-Umfrage sieht die AfD bei 40 Prozent, die CDU bei 23 Prozent und die Grünen bei 6 Prozent – knapp über der Fünf-Prozent-Hürde.
- Sollten die Grünen den Landtagseinzug schaffen, würde das der AfD laut Analyse das Ziel einer Alleinregierung in Sachsen-Anhalt verbauen.
Mit dem Satz "Mein Name ist Robert Habeck und ich kandidiere nicht" sorgte der frühere Vizekanzler in Magdeburg für eine Mischung aus Heiterkeit und spürbarer Enttäuschung im Publikum. Der 59-Jährige ist aus der aktiven Politik ausgeschieden, hat Lehraufträge übernommen und arbeitet inzwischen als Senior Advisor für eine Investmentgesellschaft. Für den Sachsen-Anhalter Landtagswahlkampf seiner Partei stellte er sich am Freitagmittag dennoch als Zugpferd zur Verfügung.
Gut 500 Besucher im Magdeburger Biergarten
Rund 500 Menschen folgten der Einladung der Grünen in die "Schweizer Milchkuranstalt", einen Biergarten unweit der Elbe. Habeck fungierte dort als Gesprächspartner für Spitzenkandidatin Susann Sziborra-Seidlitz (48), mit der er gut eine Stunde lang über deren Werdegang und politische Positionen sprach. Auch seine frühere Ministerkollegin Steffi Lemke (58) war anwesend. Den Grund für seinen Auftritt ließ Habeck unkommentiert – der Befund liegt nahe: Die Grünen benötigen prominente Unterstützung.
Umfrage: AfD bei 40 Prozent, Grüne knapp über Hürde
Die am Freitag veröffentlichte Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF zeichnet ein klares Bild: Die AfD kommt demnach auf 40 Prozent, die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze (47) auf 23 Prozent. Die Linke liegt bei 13 Prozent, die SPD bei 9 Prozent. Die Grünen stehen bei 6 Prozent – damit knapp oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde. BSW und FDP würden mit jeweils 3 Prozent den Einzug in den Landtag verfehlen. Habeck verwies mehrfach darauf, dass sich die Partei in den Umfragen auf diesen Stand verdoppelt habe.
Die rechnerische Konsequenz ist bedeutsam: Sollten die Grünen den Wiedereinzug in den Landtag schaffen, dürfte das der AfD das Ziel einer Alleinregierung erschweren. Wie stark die AfD im Land verwurzelt ist, zeigt auch das Beispiel eines CDU-Dorfvorstehers, der öffentlich für sie wirbt. Auch die SPD kämpft in Sachsen-Anhalt um ihren Verbleib im Landtag.
Selfie-Schlange als politisches Signal
Spitzenkandidatin Sziborra-Seidlitz hatte zu Beginn der Veranstaltung erklärt, sie hoffe auf eine mindestens 20 Meter lange Selfie-Schlange – damit rechte Influencer nicht mehr behaupten könnten, bei den Grünen sei nichts los. Tatsächlich reihten sich viele Besucher für ein Foto mit Habeck ein. Der Ex-Wirtschaftsminister posierte geduldig für ein Bild nach dem anderen. Auf die Frage, was er sich für Sachsen-Anhalt wünsche, antwortete er knapp: "Ein gutes Ergebnis."
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