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Politik 2 min read 3h ago

Rupert Lowe verdient auf X fast so viel wie als Abgeordneter

  • Rupert Lowe, Chef von Restore Britain und britischer Abgeordneter, verdient laut Parlamentsregister durchschnittlich 932 Pfund pro Stunde durch Beiträge auf Elon Musks Plattform X.
  • Seine X-Einnahmen liegen laut eigenen Erklärungen auf einem Niveau, das sein Abgeordnetengehalt nahezu erreicht oder übersteigen könnte.
  • Kritiker werfen X vor, durch sein Vergütungsmodell finanzielle Anreize für provokante Inhalte zu setzen, darunter Forderungen nach Massenabschiebungen.
Rupert Lowe verdient auf X fast so viel wie als Abgeordneter
Rupert Lowe verdient auf X fast so viel wie als Abgeordneter

Rupert Lowe, Vorsitzender der britischen Partei Restore Britain und Mitglied des Parlaments, verdient nach eigenen Angaben nahezu so viel durch Beiträge auf der Social-Media-Plattform X wie durch sein Abgeordnetengehalt. Laut seinen Eintragungen im offiziellen Register für die finanziellen Interessen von Abgeordneten hat Lowe seit Jahresbeginn durchschnittlich 932 Pfund pro Stunde für seine X-Beiträge erhalten – unter optimalen Bedingungen sollen es bis zu 1.476 Pfund pro Stunde sein.

Einnahmen aus dem Register für Interessenkonflikte

Die Offenlegungen im Register der finanziellen Interessen sind gesetzlich vorgeschrieben und enthalten neben den Zahlungsbeträgen auch die Angabe, wie viele Stunden Lowe für die jeweiligen Vergütungen auf X tätig war. Auf dieser Grundlage lässt sich der Stundensatz berechnen. Das Register gilt als zentrales Transparenzinstrument des britischen Parlaments.

Kritik: Plattform setzt Anreize für provokante Inhalte

Kritiker werfen der Plattform X, die dem Technologunternehmer Elon Musk gehört, vor, mit ihrem Vergütungsmodell gezielt Anreize für polarisierende Inhalte zu schaffen. Zu den Beiträgen, für die Lowe vergütet wird, zählen nach vorliegenden Informationen auch Forderungen nach Massenabschiebungen. Ob und inwiefern das Vergütungssystem von X explizit auf Reichweite oder Kontroverse ausgerichtet ist, geht aus den verfügbaren Angaben nicht eindeutig hervor. Lowe selbst hat sich in den bisher bekannten Ausführungen nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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Die Debatte um staatliche Finanzierung von Abgeordneten, die gleichzeitig erhebliche Nebeneinkünfte erzielen, ist in Großbritannien politisch sensibel. Besonders dann, wenn – wie im Fall Lowe – die Nebeneinnahmen aus einer Plattform stammen, die selbst stark in öffentlichen und politischen Debatten präsent ist. Ähnliche Fragen über Migrationspolitik und populistische Rhetorik beschäftigen auch andere europäische Länder, etwa im Streit um Forderungen zur Rückführung von Migranten aus Ceuta.

Ungeklärte Fragen bleiben

Ob Lowes Einnahmen aus X sein Abgeordnetengehalt tatsächlich erreichen oder übertreffen werden, bleibt offen – die vorliegenden Daten erlauben lediglich eine Hochrechnung auf Basis der bisherigen Zahlungen. Die genaue Gesamtsumme sowie die Bedingungen der Vergütungsvereinbarung mit X sind öffentlich nicht vollständig bekannt. Der Fall verdeutlicht gleichwohl, wie das Monetarisierungsmodell der Plattform politische Akteure unmittelbar finanziell beeinflussen kann – mit möglichen Auswirkungen auf Art und Ton ihrer öffentlichen Kommunikation.

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