EU-Exporte sichern 7,2 Mio. Jobs in DE
- Eine Prognos-Studie im Auftrag der vbw beziffert die von EU-Exporten abhängigen Arbeitsplätze in Deutschland auf 7,2 Millionen, verbunden mit einer Bruttowertschöpfung von rund
- Die deutschen Ausfuhren in die USA sanken im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,1 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro – VW-Chef Blume nannte die Zölle der
- Frankreich und die Niederlande verzeichneten dagegen deutliche Exportzuwächse von 7,6 bzw. 9,0 Prozent und festigten ihre Stellung als wichtigste europäische Absatzmärkte für die
Der EU-Binnenmarkt ist für den deutschen Arbeitsmarkt von weit größerer Bedeutung als bisher quantifiziert: Einer Studie des Analysehauses Prognos im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) zufolge hängen in Deutschland rund 7,2 Millionen Arbeitsplätze am Export in andere EU-Länder. Insgesamt ist demnach eine Bruttowertschöpfung von rund 550 Milliarden Euro an die Nachfrage aus den EU-Partnerstaaten geknüpft. Die zugrunde liegenden Daten beziehen sich auf das Jahr 2022; aktuellere Zahlen lagen zum Zeitpunkt der Studie noch nicht vor.
Schlüsselindustrien besonders abhängig
Besonders stark profitieren laut Studie der Kraftwagen- und Maschinenbau sowie die Chemieindustrie von der europäischen Importnachfrage. Die Forscher betonen, diese Branchen seien nicht nur die größten Nutznießer, sondern auch "strukturell eng in europäische Produktionsnetzwerke eingebettet". vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt sieht in der EU damit einen unverzichtbaren wirtschaftlichen Anker: "Im internationalen Vergleich ist die EU für Deutschland deutlich wichtiger als andere große Wirtschaftsräume. Sie bietet stabile und verlässliche Rahmenbedingungen, deren Bedeutung angesichts wachsender geopolitischer Unsicherheiten weiter zunimmt."
Schengen-Effekt und offener Binnenmarkt
Neben der Exportnachfrage untersuchte die Studie auch den wirtschaftlichen Nutzen der Freizügigkeit im Schengen-Raum. Unter Einbeziehung von Güterverkehr, Tourismus und grenzüberschreitendem Pendlertum errechnen die Forscher einen positiven Effekt von 1,5 bis 2 Milliarden Euro für Deutschland. Brossardt forderte daraufhin, den europäischen Binnenmarkt durch den Abbau verbliebener Handelshemmnisse weiter zu vollenden. Ob und in welchem Maß diese Potenziale realisierbar sind, lässt die Studie offen.
US-Zölle belasten Automobilexporte
Den Gegenpol zur stabilen EU-Nachfrage bildet der US-Markt. Zwar blieben die Vereinigten Staaten im ersten Halbjahr 2026 mit einem Exportwert von 73,1 Milliarden Euro der volumenstärkste einzelne Handelspartner Deutschlands. Doch gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 sanken die Ausfuhren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 6,1 Prozent. VW-Chef Oliver Blume nannte die Zölle der Trump-Regierung als einen der Gründe für die ernste Lage des Konzerns. Demgegenüber wuchsen die Ausfuhren nach Frankreich um 7,6 Prozent auf 63,2 Milliarden Euro und in die Niederlande um 9,0 Prozent auf 60,5 Milliarden Euro – die beiden wichtigsten europäischen Absatzmärkte für deutsche Exporteure. Angesichts dieser Verschiebungen geht die Studie davon aus, dass die Bedeutung der EU-Exporte für Deutschland eher zu- als abnehmen dürfte, wenngleich dies eine Prognose und keine gesicherte Feststellung darstellt. Zum breiteren Kontext des deutsch-chinesischen Handels, der ebenfalls unter Druck steht, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Importquoten und Exporttrends zwischen China und Deutschland.
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