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Wirtschaft 3 min read 3h ago

Trump droht Kanada mit 50-Prozent-Zöllen auf Autos und Stahl

  • US-Präsident Trump hat auf seiner Plattform angekündigt, ab dem 1. Januar 2027 einen Zollsatz von 50 Prozent auf alle kanadischen Automobil- und Stahlimporte zu erheben.
  • Premierminister Carney brach die Verhandlungen ab und kündigte an, Kanada werde die US-Zölle ab dem 8. September Dollar für Dollar erwidern, da die US-Bedingungen unwirtschaftlich
  • Kanadische Politiker aller großen Parteien stützten Carneys Kurs, während in den USA konservative Stimmen vor den wirtschaftlichen Folgen eines Handelskrieges mit Kanada warnten.
Trump droht Kanada mit 50-Prozent-Zöllen auf Autos und Stahl
Trump droht Kanada mit 50-Prozent-Zöllen auf Autos und Stahl

Im eskalierenden Handelsstreit zwischen den USA und Kanada hat US-Präsident Donald Trump neue Zolldrohungen gegen Ottawa ausgesprochen: Ab dem 1. Januar 2027 sollen alle kanadischen Importe von Automobilen, Lastwagen, Fahrzeugteilen sowie Stahl mit einem Zollsatz von 50 Prozent belegt werden. Trump begründete den Schritt auf seiner Social-Media-Plattform mit dem Vorwurf, Kanada habe die USA "jahrelang betrogen". In den USA hergestellte Fahrzeuge sollen von den angekündigten Zöllen ausgenommen sein.

Aktuelle Zolllage und wirtschaftliche Dimension

Zum Zeitpunkt der Ankündigung unterlagen Pkw und Fahrzeugteile aus Nicht-US-Ländern bereits einem Zollsatz von 25 Prozent; kanadischer Stahl war bereits mit 50 Prozent belastet. Am Samstag traten zudem neue US-Zölle von 50 Prozent auf Hunderte kanadischer Produkte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar an Exportgütern aus Juli in Kraft – darunter Hockeyschläger und Agrargüter. Kanada ist die drittgrößte Importquelle der USA; nach Angaben des US Census Bureau wurden im Jahr 2025 Waren im Wert von mehr als 380 Milliarden US-Dollar aus Kanada eingeführt.

Carney bricht Verhandlungen ab und kündigt Gegenzölle an

Premierminister Mark Carney kündigte an, Kanada werde die US-Zölle ab dem 8. September "Dollar für Dollar" erwidern. Er räumte ein, die Gespräche widerwillig abgebrochen zu haben, da dies die Lebenshaltungskosten für die kanadische Bevölkerung erhöhen werde. Die Verhandlungen seien daran gescheitert, dass die von Washington vorgelegten neuen Bedingungen "unwirtschaftlich und ungerecht" gewesen seien. "Wenn man angegriffen wird, befindet man sich im Krieg – und wir wurden angegriffen", erklärte Carney. Dem Abbruch waren intensive Verhandlungsrunden vorausgegangen, die letztlich ohne Einigung endeten.

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Politische Geschlossenheit in Kanada

Politiker aller großen kanadischen Parteien stellten sich hinter Carneys Kurs. Der Oppositionsführer Pierre Poilievre von der Konservativen Partei rief zur nationalen Einheit auf und erklärte, Kanada dürfe keine einseitigen Zölle akzeptieren, die das Land deindustrialisierten. Doug Ford, Premierminister von Ontario, kündigte an, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um sicherzustellen, dass negative Folgen auch Trump selbst träfen: "Wenn Donald Trump versucht, alle Kanadier leiden zu lassen, müssen wir dafür sorgen, dass er im gleichen Maße leidet."

Uneinigkeit auf amerikanischer Seite

Auch im eigenen politischen Lager stößt Trump nicht auf ungeteilte Zustimmung: Mehrere konservative Stimmen in den USA warnten bereits nach dem Scheitern der Gespräche vor den negativen wirtschaftlichen Folgen eines Handelskrieges mit dem nördlichen Nachbarn. Die Zölle dürften die Kosten für US-amerikanische Verbraucher erhöhen. Ob Trump die für 2027 angekündigten Maßnahmen tatsächlich umsetzt, bleibt angesichts der bekannt wechselhaften handelspolitischen Ankündigungen des Präsidenten eine offene Frage.

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