⏳ Curating articles…
Wirtschaft 3 min read 1h ago

Kanada kündigt Vergeltungszölle an

  • Kanada will laut einem Regierungsvertreter Vergeltungszölle gegen die USA ankündigen; Finanzminister Champagne soll die Details am Dienstag bekanntgeben.
  • Premier Carney lehnte ein Handelsabkommen ab, weil die USA seiner Darstellung zufolge Kanadas Auto-, Stahl- und Aluminiumindustrie "zerstören" wollten und Kanada als Untergebenen
  • Trump drohte mit 50-Prozent-Zöllen auf kanadische Fahrzeuge, Autoteile und Stahl; Ontarios Regierungschef Ford stellte im Gegenzug Einschränkungen bei Stromlieferungen in die USA
Kanada kündigt Vergeltungszölle an
Kanada kündigt Vergeltungszölle an

Ottawa verschärft den Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten: Kanada will Vergeltungszölle gegen die USA ankündigen. Das erklärte ein mit den Plänen vertrauter Regierungsvertreter gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Finanzminister François-Philippe Champagne sowie drei weitere Kabinettsmitglieder sollen die konkreten Maßnahmen am Dienstagvormittag Ortszeit bekanntgeben.

Carney: Kanada ist keine Tochtergesellschaft

Premierminister Mark Carney begründete den Konfrontationskurs mit dem Verhalten der US-Seite in den gescheiterten Verhandlungen. "Eine Haltung am Verhandlungstisch, dass Kanada eine Tochtergesellschaft der Vereinigten Staaten ist, werden wir nicht akzeptieren", sagte Carney. Er warf Washington vor, die wichtigsten kanadischen Industrien – Auto, Stahl und Aluminium – "zerstören" zu wollen. Das sei "einer der Hauptgründe gewesen, warum wir Nein gesagt haben. Es war ein schlechtes Abkommen." Carney hatte die Verhandlungen am Freitag abgebrochen.

Trump eskaliert mit Drohungen und persönlichen Angriffen

US-Präsident Donald Trump reagierte umgehend. Er forderte die kanadische Regierung auf, sich "unterzuordnen", andernfalls drohten Konsequenzen, die "weit schlimmer" seien als die bereits verhängten Zölle. Trump kündigte zudem neue Zölle von 50 Prozent auf kanadische Fahrzeuge, Autoteile und Stahl an und erklärte in sozialen Medien, Kanada habe die USA "jahrelang ausgenommen". Er kritisierte dabei kanadische Zölle auf US-Agrarprodukte als "lächerlich hoch". Trump griff auch den Regierungschef der Provinz Ontario, Doug Ford, persönlich an und bezeichnete ihn als "wenig charismatisch, intelligent und insgesamt wenig beeindruckend". Carney nannte er erneut "Gouverneur Carney" – eine Anspielung auf seine wiederholte Forderung, Kanada solle der 51. US-Bundesstaat werden.

Advertisement
Ad Unit · 728×90 / Responsive

Ontario droht mit Stromstopp

Ford wies die Angriffe zurück. Bei einer weiteren Eskalation drohte er seinerseits mit Einschränkungen bei Strom- und Rohstofflieferungen aus Ontario in die USA. "Wir versorgen 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen mit Strom", sagte Ford. "Alles ist auf dem Tisch. Ich werde alles tun, was nötig ist." Entsprechende Drohungen mit einem Stromstopp hatte Kanada bereits zuvor als Druckmittel ins Spiel gebracht. Ford gehört der konservativen Partei Progressive Conservative an, Carney den Liberalen – beide stehen jedoch für die breite politische Geschlossenheit Kanadas gegenüber Washington.

Ungelöster Konflikt mit wachsenden wirtschaftlichen Folgen

Die genaue Ausgestaltung der kanadischen Vergeltungsmaßnahmen war zum Zeitpunkt dieser Meldung noch nicht bekannt. Trump hatte nach dem Scheitern der Gespräche bereits 50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar angekündigt. Sollte Ottawa nun seinerseits umfassende Gegenzölle verhängen, dürften die wirtschaftlichen Folgen für beide Länder erheblich sein – insbesondere für die eng verflochtene Automobil- und Stahlindustrie in Nordamerika.

Advertisement
Ad Unit · 300×250 / Responsive

More in Wirtschaft

Read in another language

← Home