⏳ Curating articles…
Kriminalität und Justiz 4 min read 1h ago

Dritte Drohne und Hexogen in Leipzig

  • Eine dritte Drohne wurde am 14. August auf einem Feld im Kabelsketal nahe dem Flughafen Leipzig-Halle gefunden; dabei sollen nach ersten Einschätzungen rund 50 Gramm des
  • Eine zweite Drohne kollidierte laut Ermittlungen kurz nach Mitternacht des 5. August mit einem DHL-Frachtflugzeug, das daraufhin mit Leitwerksschäden nach Hannover umgeleitet
  • Sicherheitskreise verdächtigen russische Geheimdienste der Tatplanung; Russland weist jede Verantwortung zurück, während das BKA unter Leitung des Generalbundesanwalts mehrere
Dritte Drohne und Hexogen in Leipzig

Die Ermittlungen zum Anschlagsversuch auf den Flughafen Leipzig-Halle weiten sich erheblich aus: Nach Informationen aus Sicherheitskreisen wurden nicht nur eine, sondern mindestens drei Drohnen eingesetzt – darunter eine, die auf einem Feld im sachsen-anhaltinischen Kabelsketal gefunden wurde, und möglicherweise rund 50 Gramm des hochexplosiven Militärsprengstoffs Hexogen. Der Fund legt nahe, dass die Täter einen weit größeren Anschlag geplant haben könnten, als bislang öffentlich bekannt war.

Chronologie eines gescheiterten Anschlags

In der Nacht vom 4. auf den 5. August wurde gegen 23:42 Uhr eine mit Sprengstoff bestückte Drohne auf dem Flughafengelände gefunden. Das Ziel soll nach derzeitigem Ermittlungsstand ein ukrainisches Antonov-Frachtflugzeug gewesen sein, das für den Transport von Rüstungsgütern eingesetzt wird. Der Anschlag misslang – der Zünder der Bombe war nach bisherigen Erkenntnissen defekt. Nur wenige Minuten später, gegen 00:03 Uhr, soll eine zweite Drohne mit einem DHL-Frachtflugzeug kollidiert sein, das aufgrund der unmittelbar nach dem ersten Fund verhängten Flughafensperrung einen Durchstart einleiten musste. Die Piloten berichteten, kurz vor dem Zusammenprall ein etwa 30 Zentimeter großes Objekt gesehen zu haben; auch eine spätere Auswertung des Radarbildes soll Hinweise auf ein kleines Flugobjekt ergeben haben. Die DHL-Maschine wurde nach Hannover umgeleitet, wo Ermittler am Leitwerk eine Beschädigung feststellten, die auf eine Kollision hindeutet. Ein Vogelschlag wurde als Ursache ausgeschlossen. Die zweite Drohne selbst konnte bislang nicht geborgen werden; Ermittler halten es für möglich, dass das Gerät nach dem Zusammenstoß in die Triebwerke geraten und zerstört worden ist.

Dritte Drohne im Kabelsketal – und Spuren einer Explosion

Am frühen Abend des 14. August entdeckten Sicherheitsbehörden eine dritte Drohne auf einem Feld im Kabelsketal, einer Gegend im Saalekreis unmittelbar westlich des Flughafengeländes. Kriminaltechniker des Bundeskriminalamts (BKA) rückten noch am selben Tag an; am Folgetag sollen Ermittler an der Fundstelle eine Substanz entdeckt haben, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um rund 50 Gramm Hexogen handeln könnte. Diese Angaben stammen aus Sicherheitskreisen; eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft lehnte am Montag eine Stellungnahme ab.

Advertisement
Ad Unit · 728×90 / Responsive

In Kursdorf, nördlich des Flughafens, sicherten die Ermittler zudem eine technische Konstruktion, die möglicherweise zur Fernsteuerung einer der Drohnen diente: An einem Baum waren mit Klebeband eine Antenne und weitere Elektronik befestigt. In unmittelbarer Nähe fanden sich verbrannte Erde und Metallteile – ein möglicher Detonationsort. Zeugen hatten gegen 19:20 Uhr, Stunden vor dem Fund der ersten Drohne, einen lauten Knall gehört. Ob dort tatsächlich eine Explosion stattfand, ob es sich um einen Unfall handelte oder ob die Täter damit möglicherweise Beweismittel vernichten wollten, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Bei einer erneuten Absuche des Gebiets am 11. August sollen Beamte Drohnenteile – einen Motor und einen Rotor – sichergestellt haben, obwohl aus Ermittlungskreisen zunächst gemeldet worden war, die Suche sei ergebnislos geblieben.

Russische Geheimdienste im Verdacht – Moskau weist Vorwürfe zurück

Staatschützer des BKA ermitteln im Auftrag von Generalbundesanwalt Jens Rommel. Aus Sicherheitskreisen verlautet, dass russische Geheimdienste in die Planung des Anschlags involviert gewesen sein sollen. Russland hat jegliche Verantwortung öffentlich zurückgewiesen. Die Ermittler verfolgen derzeit mehrere Spuren, darunter solche, die auf am Tatort gesicherter DNA beruhen. Wer genau hinter dem Anschlagsversuch steckt und wie er im Detail ablaufen sollte, ist noch ungeklärt. Bereits zuvor war spekuliert worden, ob es sich um einen hybriden Angriff handeln könnte. Der Fall reiht sich in eine Serie von Drohnenvorfällen ein, die zuletzt auch andere europäische Länder betreffen.

Die bisherigen Befunde deuten darauf hin, dass der Anschlag erheblich komplexer konzipiert war als zunächst angenommen – mit mehreren koordinierten Fluggeräten, möglichem hochexplosivem Sprengstoff und einer technischen Infrastruktur in der Umgebung des Flughafens.

Advertisement
Ad Unit · 300×250 / Responsive

More in Kriminalität und Justiz

Read in another language

← Home