Carney: Kanada lehnt US-Deal ab, der Französischrechte schwächt
- Premierminister Carney lehnte einen US-Handelsvorschlag ab, den er als Bedrohung für die Französischrechte in Quebec wertete.
- Carney berichtet, amerikanische Unterhändler hätten die französische Sprache in Kanada als 'Irritant' bezeichnet – für ihn handelt es sich um verfassungsrechtlich verankerte
- Trump drohte daraufhin über soziale Medien mit neuen Zöllen auf kanadische Autos und Lastwagen und warf Kanada vor, die USA seit Jahren zu benachteiligen.
Kanadas Premierminister Mark Carney hat am Montag klargestellt, dass sein Land kein Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten akzeptieren werde, das die Rechte der französischsprachigen Bevölkerung untergräbt. Die Erklärung folgte auf breites Lob aus politischen Kreisen für Carneys Entscheidung, einen US-Handelsvorschlag abzulehnen, den viele als Angriff auf Kanadas frankophone Kultur werteten.
Carney verteidigt Quebecs Sprachrechte
Der Premierminister berichtete, amerikanische Unterhändler hätten die französische Sprache in Kanada als "Irritant" bezeichnet. Carney widersprach dieser Einschätzung entschieden: "In Quebec sind das Rechte", sagte er. Damit positionierte er sich klar gegen eine Formulierung, die aus kanadischer Sicht die verfassungsrechtlich verankerte Stellung der französischen Sprache in Frage stellt. Welche konkreten Vertragsklauseln des abgelehnten US-Vorschlags die Sprachrechte berührt hätten, geht aus dem vorliegenden Material nicht hervor.
Trump droht mit neuen Zöllen auf Fahrzeuge
Wenige Stunden nach Carneys Äußerungen zeigte US-Präsident Donald Trump wenig Bereitschaft, den Konflikt zu entschärfen. In einem Beitrag auf sozialen Medien behauptete Trump, Kanada habe "die Vereinigten Staaten von Amerika seit Jahren abgezockt", und drohte mit einer neuen Welle von Zöllen auf Autos und Lastwagen, die nach Einschätzung von Beobachtern erhebliche wirtschaftliche Folgen hätte. Trump hatte zuvor bereits 50-Prozent-Zölle auf kanadische Fahrzeuge und Stahl angekündigt.
Der Handelsstreit zwischen beiden Ländern bleibt damit in einer kritischen Phase. Vorangegangene Verhandlungsrunden zwischen Washington und Ottawa waren bereits ohne Einigung geblieben. Ob und wann neue Gespräche aufgenommen werden, ist derzeit offen. Carneys Ablehnung des jüngsten Angebots signalisiert jedoch, dass Ottawa die Sprachrechte als nicht verhandelbare Bedingung betrachtet.