Erste Generation: Australiens Jugend verdient weniger als Eltern
- Junge Australier sind laut einem Anglicare-Australia-Bericht die erste Generation, die im gleichen Lebensalter weniger verdient als ihre Eltern, mit einer Wohneigentumsquote unter
- Coles steigerte seinen Jahresnettoprofit um ein Prozent auf 1,09 Milliarden australische Dollar, meldete aber einen Einbruch im Juli, den das Unternehmen auf die
- Der australische Musikverband ARIA schließt ab dem 31. August vollständig KI-generierte Titel von seinen offiziellen Charts aus; Aufnahmen mit KI in unterstützender Funktion
Junge Menschen in Australien sind laut einem neuen Bericht die erste Generation, die im gleichen Lebensalter weniger verdient als ihre Eltern – und dieser Rückstand hält noch bis zum Alter von 30 Jahren an. Die Befunde legen nahe, dass das wirtschaftliche Versprechen des sozialen Aufstiegs für eine ganze Generation weggebrochen ist.
Wohneigentum auf dem Stand der 1940er-Jahre
Der Bericht, dessen Daten von der Organisation Anglicare Australia erhoben wurden, zeichnet ein ernüchterndes Bild: Die Wohneigentumsquote bei 25- bis 34-Jährigen liegt unter 40 Prozent – ein Niveau, das zuletzt in den 1940er-Jahren verzeichnet wurde. Noch markanter ist die Lage auf dem Mietmarkt: Von 48.776 untersuchten Mietangeboten war kein einziges für eine Person erschwinglich, die auf die staatliche Grundsicherung Youth Allowance angewiesen ist. Junge Menschen sind laut dem Bericht außerdem mehr als doppelt so häufig von ernsthafter psychischer Belastung betroffen wie Menschen über 65 Jahre.
Anglicare-Direktorin: "Das Versprechen gilt nicht mehr"
Kasy Chambers, Geschäftsführerin von Anglicare Australia, kommentierte die Ergebnisse mit deutlichen Worten: "Für Generationen konnten Australier davon ausgehen, dass harte Arbeit zu mehr Sicherheit führt. Dieses Versprechen gilt für junge Menschen nicht mehr." Sie kritisierte ausdrücklich das Sozialsystem: Die Youth Allowance sei so konstruiert, dass einem jungen Menschen schlicht deshalb weniger Geld zum Leben zugestanden werde, weil er jung sei.
Coles: Gewinn gestiegen, Juli durch Woolworths-Aktion gebremst
Getrennt davon legte der australische Supermarktkonzern Coles seine Jahreszahlen vor. Der Konzern steigerte seinen Nettoprofit um ein Prozent auf 1,09 Milliarden australische Dollar, nachdem eine gerichtlich verhängte Strafzahlung im Zusammenhang mit der Vergütung von Führungskräften das Ergebnis um rund 160 Millionen Dollar belastet hatte. Der Umsatz im Supermarktgeschäft wuchs um 3,7 Prozent, der digitale Vertrieb legte um 26,4 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar zu. Die Eigenmarkenprodukte verzeichneten ein Plus von 6,1 Prozent; die Produktpreise stiegen nach eigenen Angaben lediglich um 1,5 Prozent. Coles räumte jedoch ein, dass das Wachstum im Juli ins Stocken geraten sei – zurückgeführt auf die Sammelfigurenpromotion eines Wettbewerbers. Gemeint ist damit die von Woolworths lancierte Ooshie-Kampagne mit Disney-Kunststofffiguren, die offensichtlich Kundschaft an die Konkurrenz gebunden hat.
ARIA verbannt vollständig KI-generierte Musik aus Charts
Die australische Musikindustrie-Organisation ARIA hat unterdessen ihre Regularien für die nationalen Musikcharts verschärft: Vollständig durch künstliche Intelligenz erzeugte Aufnahmen sind ab dem 31. August von der Chart-Teilnahme ausgeschlossen. Aufnahmen, bei denen generative KI lediglich in einer unterstützenden Funktion eingesetzt wird, bleiben zulässig – sofern das Werk als "überwiegend von Menschen geschaffen" gilt und keine Manipulation von Streams oder Chartwerten zu befürchten ist. ARIA-Geschäftsführerin Annabelle Herd betonte, die Neuregelung solle die menschliche Natur künstlerischer Arbeit schützen, ohne legitime Werkzeuge zu verbieten: "Musik, die vollständig von Diensten generiert wird, die auf den Aufnahmen von Künstlern aufgebaut sind, ist eine andere Sache."
Während die ARIA-Entscheidung eine branchenweit diskutierte Regulierungsfrage beantwortet, bleibt die sozioökonomische Lage junger Australier die drängendere Herausforderung: Der Bericht legt nahe, dass ohne strukturelle Eingriffe – etwa bei der Grundsicherung und dem Wohnungsmarkt – der intergenerationale Aufwärtstrend dauerhaft unterbrochen bleibt.
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