AfD baut Rekordvorsprung vor Union aus
- Die AfD führt im INSA-Sonntagstrend mit 29 Prozent und liegt damit 9 Punkte vor der CDU/CSU – laut INSA-Chef Binkert der höchste je gemessene Vorsprung.
- Die FDP fällt mit 4 Prozent unter die Fünf-Prozent-Hürde, während BSW auf 4 Prozent zulegt und Grüne sowie SPD stagnieren.
- Rechnerisch reicht weder Schwarz-Rot (32 %) noch ein rot-rot-grünes Bündnis (35 %) für eine Parlamentsmehrheit; selbst eine Kenia-Koalition käme mit 45 Prozent nur knapp darüber.
Die AfD erreicht im aktuellen INSA-Sonntagstrend 29 Prozent und baut ihren Abstand zur CDU/CSU auf 9 Prozentpunkte aus – so viel wie nie zuvor. Die Union fällt um einen Punkt auf 20 Prozent zurück. INSA-Chef Hermann Binkert (61) kommentiert das Ergebnis mit den Worten: "Das ist der höchste je gemessene Vorsprung der AfD vor der Union."
Verluste für FDP und Linke, minimales Plus für BSW
Auch die FDP büßt einen Prozentpunkt ein und landet bei 4 Prozent – damit würde sie den Einzug in den Bundestag verpassen. Die Linke verliert ebenfalls einen Punkt und kommt auf 10 Prozent. Das BSW legt um einen Punkt zu und zieht mit der FDP bei 4 Prozent gleich. Grüne (13 Prozent) und SPD (12 Prozent) verharren unverändert auf der Stelle.
Mehrheitsbildung wird schwieriger
Die Umfrageergebnisse machen klassische Regierungskoalitionen rechnerisch zunehmend eng: CDU/CSU und SPD kämen zusammen nur noch auf 32 Prozent. Ein Bündnis aus Grünen, SPD und Linkspartei würde 35 Prozent erreichen – nach Berechnungen des Instituts ebenfalls zu wenig für eine parlamentarische Mehrheit. Die politischen Ränder – AfD, Linkspartei und BSW – würden zusammen von 43 Prozent der Wählerinnen und Wähler gestützt. Da 16 Prozent der Stimmen auf Parteien unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde entfallen, reichen dem Institut zufolge rechnerisch gut 43 Prozent für eine Mehrheit im Bundestag. Selbst eine sogenannte Kenia-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und SPD käme mit 45 Prozent nur knapp über diese Schwelle.
Ungünstiger Zeitpunkt für die Union
Die schlechten Umfragewerte treffen die CDU/CSU in einer politisch heiklen Phase: Sachsen-Anhalt steht in einer Woche vor der Wahl, zwei Wochen später folgen Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Wie aufgeheizt die politische Stimmung in Sachsen-Anhalt bereits ist, zeigt die Debatte um einen möglichen AfD-Innenminister – die Gewerkschaft der Polizei warnte zuletzt öffentlich vor einem solchen Szenario. Der anhaltende Aufwärtstrend der AfD in Bundesumfragen verleiht den bevorstehenden Landtagswahlen zusätzliches Gewicht.
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