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Umwelt und Klima 3 min read 4h ago

Weltmeere erreichen höchste jemals gemessene Temperatur

  • Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur außerhalb der Polarregionen erreichte am Samstag 21,1 °C und übertraf damit den bisherigen Rekordwert von 21,09 °C aus dem März
  • Der Rekord fällt ungewöhnlich früh im Jahr – der saisonale Temperaturhöhepunkt der Meere liegt normalerweise im März oder April, nicht im August.
  • Da El Niño seinen erwarteten Höhepunkt noch nicht erreicht hat, warnen Forscherinnen und Forscher vor möglicherweise noch höheren Meerestemperaturen bis 2027.
Weltmeere erreichen höchste jemals gemessene Temperatur
Weltmeere erreichen höchste jemals gemessene Temperatur

Die Weltmeere haben einen neuen Temperaturrekord aufgestellt: Am Samstag wurde außerhalb der Polarregionen eine durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur von 21,1 °C gemessen. Das geht aus Daten des europäischen Klimawandeldienstes Copernicus hervor. Der bisherige Höchstwert von 21,09 °C war an drei separaten Tagen im März 2024 registriert worden.

Rekord zu ungewöhnlicher Jahreszeit

Was Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besonders beunruhigt, ist nicht allein der Messwert, sondern der Zeitpunkt seines Auftretens. Gewöhnlich erreichen die globalen Meeresoberflächentemperaturen ihr jährliches Maximum im März oder April – am Ende des Südsommers. Der August liegt weit vor diesem saisonalen Scheitelpunkt. Da die südliche Hemisphäre mehr Ozeanfläche umfasst als die nördliche, prägt sie die globalen Durchschnittswerte maßgeblich mit. Die aktuellen Messdaten stammen aus einer Tiefe von zehn Metern unter der Wasseroberfläche und werden aus Messungen von Bojen, Schiffen und Satelliten zu einem globalen Schätzwert zusammengeführt.

El Niño noch nicht auf dem Höhepunkt

Als Ursachen nennen Forscherinnen und Forscher das Zusammenwirken des menschengemachten Klimawandels mit dem natürlichen Wetterphänomen El Niño. "El Niño fügt dem System Wärme hinzu, aber er tut dies auf der Grundlage von Jahrzehnten menschengemachter Erwärmung", erklärte Dr. Samantha Burgess, stellvertretende Direktorin von Copernicus. Sie bezeichnete den Rekord als "ein weiteres klares Signal eines Ozeans unter wachsendem Stress". Besonders bedeutsam ist dabei, dass El Niño seinen erwarteten Höhepunkt noch nicht erreicht hat. "Die Tatsache, dass wir bereits jetzt Rekorde brechen, ist ein früher Indikator dafür, wie stark El Niño wird", sagte Dr. Jeremy Grist, leitender Wissenschaftler am National Oceanography Centre in Southampton.

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Mögliche weitere Rekorde im Jahr 2027

Dr. Grist fügte hinzu, dass der Temperaturrekord bei gleichbleibenden Bedingungen im März oder April 2027 erneut gebrochen werden könnte. Die Klimaforscherin Dr. Burgess betonte, der Rekord füge sich in ein Muster wachsender ozeanischer Belastung ein. Wärmere Meere können weitreichende Folgen haben: Sie verstärken Extremwetterereignisse, tragen zum Anstieg des Meeresspiegels bei und schädigen marine Ökosysteme. Die Wissenschaft weist jedoch darauf hin, dass der aktuelle Vorsprung gegenüber dem Vorjahresrekord gering ist und jede globale Schätzung mit Unsicherheiten behaftet bleibt. Der Befund steht im breiteren Kontext einer sich verschärfenden Klimakrise, deren Auswirkungen auf Atmosphäre und Ozeane gleichermaßen messbar werden.

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