Razzia im Zolllager: 46 Migranten festgenommen, Tochter abgeschoben
- Bei einer Razzia in einem Zolllagerbetrieb in Elizabeth, New Jersey, wurden 46 undokumentierte Arbeitnehmer festgenommen.
- Die junge Killy Tatiana Yangquen García wurde nach der Verhaftung nach Kolumbien abgeschoben; ihre Mutter hält sich seitdem aus Angst vor Strafverfolgung versteckt.
- Zu den weiteren Betroffenen gehört der 18-jährige Jhonatan Bello Cabrera; das vollständige Ausmaß der Razzia für alle 46 Familien bleibt unklar.
Eine Razzia in einem Zolllagerbetrieb in der Region Elizabeth, New Jersey, hat 46 undokumentierte Arbeitnehmer das Leben von einem Tag auf den anderen verändert. Unter den Festgenommenen war Killy Tatiana Yangquen García, die Tochter von María Eugenia García – eine junge Frau, die als Frühgeburt zur Welt kam und in den ersten zwanzig Jahren ihres Lebens stets eng an der Seite ihrer Mutter lebte.
Verhaftung an einem Oktobermorgen
Killy Tatiana Yangquen García wurde eines Morgens im Oktober bei einer Razzia an ihrem Arbeitsplatz festgenommen, wo sie ohne gültige Aufenthaltspapiere beschäftigt war. Die Familie war vor mehr als einem Jahrzehnt aus Kolumbien emigriert. Nach der Festnahme wurde die Tochter nach Kolumbien abgeschoben. Seitdem hält sich ihre Mutter in ihrer Wohnung in Elizabeth verborgen, aus Angst vor einer eigenen Verhaftung. "Verstehst du, wie viel Sorge ich mit ihr gehabt habe, und dass sie mir so weggerissen wird? Und ich sie nicht schützen kann? Ich habe sie nicht wiedergesehen, nur per Videoanruf", sagt María Eugenia García.
46 Betroffene, 46 abgebrochene Biografien
Die Razzia traf insgesamt 46 Menschen. Zu den Betroffenen gehört auch der 18-jährige Jhonatan Bello Cabrera, der ebenfalls in Elizabeth, New Jersey, lebt. Über die genauen Umstände seiner Situation liegen keine vollständigen Angaben vor. Die vollständige Tragweite der Maßnahme für alle 46 Betroffenen und ihre Familien bleibt in wesentlichen Teilen ungeklärt.
Der Fall zeigt exemplarisch die menschlichen Konsequenzen behördlicher Einwanderungsdurchsetzung an Arbeitsplätzen mit undokumentierten Beschäftigten. Auch andernorts in den USA berichten Betroffene, wie die Angst vor Razzien das Alltagsleben und den Wiederaufbau ganzer Gemeinschaften lähmt. Für María Eugenia García hingegen bleibt die Trennung von ihrer Tochter die täglich spürbare Realität – sichtbar nur durch den kleinen Bildschirm eines Mobiltelefons.