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Südlibanon: Hisbollah füllt Staatslücke

  • Die Hisbollah übernimmt im besetzten Südlibanon Sozialleistungen, die der zahlungsunfähige libanesische Staat nicht erbringen kann.
  • Die 26-jährige Fatima al-Ashkar aus Markaba verlor ihren Mann Mohammed Ali, ein Hisbollah-Mitglied, Anfang April bei Kämpfen gegen israelische Kräfte.
  • Die anhaltende israelische Besatzung vertieft laut dem Bericht die Kluft zwischen Hisbollah und dem libanesischen Staat weiter.
Südlibanon: Hisbollah füllt Staatslücke

Im von Israel besetzten Südlibanon vertieft sich die Kluft zwischen dem libanesischen Staat und der Hisbollah. Während der Staat finanziell ausgeblutet und unfähig ist, grundlegende Sozialleistungen zu erbringen, betreibt die schiitische Miliz seit Langem ein eigenes Wohlfahrtsnetz, auf das die Bevölkerung im Süden des Landes angewiesen ist.

Eine Mutter erklärt den Krieg mit Spielzeugsoldaten

Fatima al-Ashkar, eine 26-jährige Bewohnerin von Markaba im Südlibanon, versuchte ihren Kindern den Tod ihres Vaters mit Spielzeug begreiflich zu machen. Sie stellte Plastikfiguren zu einer Kampfszene auf, hob ein Spielzeugflugzeug in die Hand und ahmte einen Luftangriff nach. "Ich fing an, es ihnen zu erklären: ‚Israel kam und hat hier gebombt. Papa war hier. Papa ist als Märtyrer gefallen. Papa hat uns vor Israel geschützt'", sagte al-Ashkar. Ihr Ehemann Mohammed Ali, der Mitglied der Hisbollah war, wurde Anfang April bei Kämpfen gegen israelische Kräfte in der Region getötet.

Staat fällt aus – Miliz übernimmt

Der Fall al-Ashkar steht exemplarisch für eine strukturelle Verschiebung, die sich im Südlibanon seit Jahren vollzieht und durch die andauernde israelische Besatzung weiter beschleunigt wird. Der libanesische Staat ist nicht in der Lage, die sozialen Grundbedürfnisse der Bevölkerung im Süden zu decken. Die Hisbollah füllt diese Lücke mit ihrem langjährigen Fürsorgesystem – und festigt damit ihre Stellung als faktische Ordnungsmacht in der Region, während die Lage im Südlibanon angespannt bleibt.

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Je länger der Staat als Leistungsträger ausfällt, desto schwieriger dürfte eine künftige staatliche Rückgewinnung dieser gesellschaftlichen Räume werden – unabhängig vom militärischen Ausgang des Konflikts.

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