Wolfsburg rettet sich 9:8 im Elfmeter
- VfL Wolfsburg setzte sich gegen Viertligisten VSG Altglienicke mit 9:8 im Elfmeterschießen durch, nachdem es nach 120 Minuten 3:3 gestanden hatte.
- Wolfsburgs Kapitän Maximilian Arnold traf doppelt, bereitete durch einen Fehlpass aber auch das zwischenzeitliche 3:2 für Altglienicke in der Verlängerung vor.
- VSG-Keeper Luis Zwick hielt sein Team mit mehreren Glanzparaden lange im Spiel; Wolfsburgs Zielinski rettete mit zwei gehaltenen Elfmetern den Einzug in die nächste Runde.
Der VfL Wolfsburg hat im DFB-Pokal eine drohende Blamage in letzter Sekunde abgewendet. Gegen den Viertligisten VSG Altglienicke rettete sich der Bundesliga-Absteiger erst im Elfmeterschießen mit 9:8 – nach einem 3:3 (0:1, 2:2) nach Verlängerung. Torwart Jakub Zielinski parierte zwei Strafstöße der Berliner und wurde so zum entscheidenden Mann der "Wölfe".
Mutige Gastgeber, beherzter Auftritt
Altglienicke trat dabei unter besonderen Umständen an: Da die vereinseigene Spree-Arena nicht den Infrastrukturvorgaben des DFB genügt, musste die Partie auf dem Platz der Hertha-Amateure vor dem Olympiastadion ausgetragen werden – quasi am anderen Ende Berlins. Wirklich beeindruckt schien den Viertligisten das nicht. Jonas Nietfeld brachte die Hausherren bereits in der siebten Minute in Führung, nachdem er einen Steilpass von Lennart Czyborra aus kurzer Distanz über die Linie drückte.
Wolfsburgs Keeper Zielinski hatte schon früh Probleme: In der sechsten Minute scheiterte Nietfeld noch an ihm, ehe der Treffer fiel. Auf der Gegenseite lief VSG-Schlussmann Luis Zwick zur Hochform auf und hielt sein Team durch mehrere starke Paraden im Spiel – unter anderem gegen Alexander Bernhardsson und den dänischen Nationalspieler Joakim Maehle.
Arnold rettet Wolfsburg zweimal
Der eingewechselte Kapitän Maximilian Arnold war es, der den Favoriten zunächst vor dem Ausscheiden bewahrte. In der 55. Minute traf er aus 22 Metern an den linken Innenpfosten zum 1:1. Doch ausgerechnet Zielinski spielte in der 71. Minute einen unbedachten Ball direkt in die Füße von Jonas Saliger, der den Patzer kaltblütig zum 2:1 für Altglienicke nutzte. Arnold antwortete erneut: In der 83. Minute verwandelte er einen direkten Freistoß sehenswert zum 2:2 und erzwang die Verlängerung.
In der Nachspielzeit der Verlängerung leistete sich dann Arnold selbst einen folgenschweren Fehler: Sein Rückpass geriet zu kurz, Mehmet Ibrahimi nutzte die Lücke und schoss in der 109. Minute aus 15 Metern zum 3:2 ein. Erst Hauke Wahls Ausgleich in der 117. Minute, nach einer scharfen Hereingabe von Fabian Reese, rettete Wolfsburg ins Elfmeterschießen.
Altglienicke – kein gewöhnlicher Viertligist
Die VSG Altglienicke gilt in der Regionalliga Nordost als Aufstiegsaspirant. Unterstützt von potenten Sponsoren hat der Klub seinen Kader mit erfahrenen Spielern verstärkt: Die Ex-Wolfsburger Tolga Cigerci und John Brooks sowie Lennart Czyborra brachten Erst- und Zweitligaerfahrung mit. Sportchef Torsten Mattuschka, der seine aktive Laufbahn einst in Altglienicke ausklingen ließ, hatte im Vorfeld des Spiels bereits für Aufsehen gesorgt – Mattuschka hatte Trash-Talk gegen den VfL Wolfsburg angekündigt.
Ähnlich spektakuläre DFB-Pokal-Auftritte von Underdogs prägten diese Runde: Viertligist Jeddeloh hatte Heidenheim zuvor mit 5:2 aus dem Wettbewerb geworfen. Altglienicke blieb diese Sensation trotz beinahe beeindruckender Leistung verwehrt.
Wie geht es weiter?
Für die VSG Altglienicke steht bereits am Freitag um 19 Uhr das nächste Regionalliga-Heimspiel gegen Chemie Leipzig auf dem Programm. Wolfsburg tritt am Samstag um 13 Uhr in der 2. Bundesliga beim Karlsruher SC an – mit dem Wissen, dass Keeper Zielinski das Team gerade noch aus einer selbst verschuldeten Krise gerettet hat.