Altglienicke scheitert 8:9 im Elfmeter: Mattuschka voller Stolz
- VSG Altglienicke scheiterte im DFB-Pokal nach 120 Minuten erst im Elfmeterschießen mit 8:9 gegen VfL Wolfsburg, obwohl die Regionalliga-Mannschaft dreimal in Führung lag und einen
Die VSG Altglienicke hat im DFB-Pokal eine außergewöhnliche Leistung gezeigt – und dennoch mit leeren Händen die Bühne verlassen. Der Regionalliga-Dritte unterlag dem Zweitligisten VfL Wolfsburg nach 120 Minuten und einem dramatischen Elfmeterschießen mit 8:9. Dabei hatte Altglienicke im Shoot-out sogar einen Matchball, den die Mannschaft nicht zu nutzen wusste.
Dreimal in Führung, am Ende ausgeschieden
Die Berliner gingen während der Begegnung dreimal in Führung. Im Elfmeterschießen war der Einzug in die zweite Runde zum Greifen nah – doch der entscheidende Versuch blieb aus. Wolfsburg-Profi Fabian Reese (28) vergab zwar seinerseits einen Elfmeter, das reichte Altglienicke letztlich aber nicht zum Weiterkommen.
Mattuschka: "Werden oft belächelt"
Torsten "Tusche" Mattuschka (45), Sportlicher Leiter der VSG Altglienicke, zog unmittelbar nach dem Aus ein kämpferisch-stolzes Fazit. "Erst einmal bin ich unheimlich stolz auf die Mannschaft, auf den ganzen Verein, übrigens auch auf das ganze Drumherum", sagte Mattuschka. Er lobte ausdrücklich die Organisation rund um das Spiel – von der VIP-Infrastruktur bis zum Ticketing: "Das ist nicht normal für uns als kleinen Verein." Die Spieler hätten über 120 Minuten "sensationell" abgeliefert, die Leistung sei jedoch nicht belohnt worden. "Das tut echt weh. Die Jungs tun mir unfassbar leid."
Mattuschka verwies auch auf die gesellschaftliche Wahrnehmung seines Klubs: "Gefühlt werden wir immer so ein bisschen belächelt mit der VSG Altglienicke. Jetzt haben wir mal gezeigt, dass wir einen ganz guten Ball spielen können." Bereits in der Vorwoche hatte Mattuschka als TV-Experte öffentlich Scherze mit Wolfsburgs Fabian Reese ausgetauscht – ein Plausch, den er als typischen Fußballhumor einordnete. Dass Reese ausgerechnet im Elfmeterschießen in Berlin scheiterte, kommentierte er mit Galgenhumor: "Das ist dann auch so typisch Fußball."
Finanzielle Dimension und sportlicher Alltag
Der Einzug in die zweite Runde hätte dem Verein 456.377 Euro eingebracht. Mattuschka bezeichnete dies als "monetär ein Mega-Brett" – verbunden mit dem Prestige, als Regionalligist einen Zweitligisten eliminiert zu haben. Nun richtet sich der Blick auf den Ligaalltag: Bereits am Freitag steht für Altglienicke das nächste Pflichtspiel in der Regionalliga gegen Chemie Leipzig an. "Das ist die Realität", so Mattuschka nüchtern.
Der außergewöhnliche Auftritt des Regionalligisten im Pokal war bereits im Vorfeld Gesprächsthema – Mattuschka hatte öffentlich Trash-Talk gegen Wolfsburg gefordert. Dass seine Mannschaft dem selbst gesetzten Anspruch über weite Strecken gerecht wurde, dürfte den Klub trotz des Ausscheidens in der Erinnerung behalten.