Netflix erwägt Öffnung seiner App für Drittanbieter-Streamingdienste
- Netflix-Führungskräfte haben intern erwogen, Drittanbieter-Streamingdienste wie Peacock und Fox One in die eigene App zu integrieren, ein konkreter Deal ist aber nicht geplant.
- In Frankreich integriert Netflix bereits seit Juni Inhalte des Senders TF1; Co-CEO Greg Peters nannte die Ergebnisse dieser Partnerschaft 'vielversprechend'.
- Netflix lehnte einen Kommentar zu den Berichten ab; unklar bleibt, ob der Konzern Drittanbieter-Abonnements weiterverkaufen oder deren Inhalte direkt einbinden würde.
Netflix prüft Berichten zufolge, ob der Dienst künftig auch Inhalte oder Abonnements konkurrierender Streamingdienste innerhalb seiner eigenen App anbieten könnte. Im Mittelpunkt der internen Gespräche sollen demnach die Plattformen Peacock und Fox One gestanden haben. Ob Netflix dabei die Abonnements der anderen Dienste weiterverkaufen oder deren Inhalte direkt in sein Angebot eingliedern würde, ist nach aktuellem Stand unklar.
Keine unmittelbaren Pläne, aber strategische Signale
Netflix selbst hat auf Anfrage keinen Kommentar abgegeben. Dem Bericht zufolge existiert derzeit kein "unmittelbarer Deal". Die Überlegungen markieren dennoch einen potenziell bedeutsamen Strategieschwenk für das Unternehmen: Während Amazon Prime Video und Roku seit Langem Abonnements von Konkurrenzanbietern vermitteln, hat sich Netflix bislang darauf beschränkt, als Teil von Bundles mit anderen Streamingdiensten aufzutreten – ohne Drittanbieter direkt in die eigene Oberfläche zu integrieren.
Vorbild Frankreich: TF1-Integration als Testlauf
Ein Präzedenzfall existiert bereits: In Frankreich bindet Netflix seit Juni Livekanäle und Streaming-Inhalte des lokalen Senders TF1 in seine App ein. Netflix-Co-CEO Greg Peters bezeichnete die Ergebnisse dieser Partnerschaft während eines Earnings Calls im Juli als "vielversprechend". Peters ergänzte: "Wenn wir zusätzliche Deals sehen, die unseren Mitgliedern nützen, für unsere Partner funktionieren und für uns tragbar sind, werden wir diese sicher in Betracht ziehen." Diese Aussage lässt eine Bereitschaft zur weiteren Öffnung erkennen, ohne konkrete Schritte anzukündigen.
Wettbewerbsdruck durch YouTube und Amazon
Der Vorstoß – sollte er sich konkretisieren – fiele in ein Marktumfeld, in dem Plattformbündelung zunehmend zum Wettbewerbsmittel wird. YouTubes Premium-Abonnement soll künftig ebenfalls Zugang zu Peacock umfassen. Zuletzt hatte Netflix mit der Schließung zweier Spielestudios seinen Fokus auf das Kerngeschäft signalisiert – eine Öffnung der App für Drittanbieter würde diesen Kurs in gewisser Weise konterkarieren und die Plattformrolle von Netflix strategisch erweitern. Ob und wann entsprechende Deals folgen, bleibt offen.
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