GrapheneOS kommt 2027 auf Motorola-Flaggschiffe und Foldables
- GrapheneOS plant ab 2027 offizielle Unterstützung für Motorola-Flaggschiffe, da aktuelle Chips die Sicherheitsanforderungen noch nicht vollständig erfüllen.
- Das Motorola Razr Ultra würde das erste Klapptelefon sein, auf dem GrapheneOS offiziell läuft; günstigere Modelle sind vom Qualcomm-Chipsatz-Fortschritt abhängig.
- Motorola übernimmt laut GrapheneOS Foundation einen Großteil der Portierungsarbeit, während Pixel-Geräte durch AOSP-Änderungen schwieriger zu unterstützen werden.
Das datenschutzorientierte Betriebssystem GrapheneOS wird künftig auch auf Motorola-Smartphones laufen – allerdings frühestens 2027. Die GrapheneOS Foundation hat in einem Mastodon-Thread ihre Pläne für die Unterstützung von Motorola-Geräten dargelegt: Zunächst sollen Flaggschiff-Slab-Geräte folgen, anschließend die Foldable-Modelle der Razr-Serie, darunter das Razr Ultra, das damit das erste Klapptelefon wäre, auf dem GrapheneOS offiziell läuft.
Warum erst 2027?
Aktuelle Motorola-Geräte – konkret die diesjährigen Signature- und Razr-Modelle – seien laut der Organisation den eigenen Anforderungen "sehr nahe", erfüllten diese aber noch nicht vollständig. Es fehle eine ausgereifte Unterstützung für Hardware-Memory-Tagging sowie eine ausreichende Secure-Element-Integration. GrapheneOS erwartet, dass die nächste Generation von Qualcomms Snapdragon-8-Elite-Chips diese Standards erfüllen wird, und richtet seine Planung entsprechend auf Motorolas Smartphone-Lineup von 2027 aus.
Hochpreisige Einstiegsmodelle, günstigere Geräte ungewiss
Bereits früher in diesem Monat hatte GrapheneOS bestätigt, dass die initialen Motorola-Geräte Flaggschiffe sein würden, die preislich und hardwareseitig über den Google Pixel-Geräten angesiedelt sein sollen. Günstigere Modelle stehen zwar auf der Roadmap, sind aber an zwei Bedingungen geknüpft: Qualcomm müsste die Sicherheitsfeatures seiner günstigeren Chips verbessern, und Motorola müsste für diese Geräte sieben Jahre Softwarepflege zusichern. Zum Vergleich: Das aktuelle Moto G Stylus zum Preis von 499,99 US-Dollar bietet lediglich zwei große Android-Updates und drei Jahre Sicherheitsupdates.
Kooperation seit März – Motorola übernimmt Großteil der Portierungsarbeit
Die Zusammenarbeit zwischen Motorola und GrapheneOS wurde erstmals im März bekanntgegeben. Beide Organisationen erklärten damals, gemeinsam an der Stärkung der Smartphone-Sicherheit arbeiten zu wollen. GrapheneOS betonte, Motorola übernehme "einen Großteil der Arbeit bei der Portierung von GrapheneOS auf ihre Geräte" – ein Umstand, den die Organisation als wesentlichen Vorteil der Kooperation hervorhebt.
Pixel-Unterstützung bleibt, wird aber schwieriger
Bislang unterstützt GrapheneOS ausschließlich Google-Pixel-Geräte, und diese Unterstützung soll fortgeführt werden – inklusive der geplanten Kompatibilität mit der Pixel-11-Serie. Allerdings räumt die Organisation ein, dass Änderungen im Android Open Source Project die Pixel-Geräte mittlerweile zu "schwieriger zu unterstützenden Geräten als viele andere" gemacht haben. Die Öffnung in Richtung Motorola ist damit nicht nur eine Erweiterung des Portfolios, sondern auch eine strategische Reaktion auf wachsende Hürden im bisherigen Hauptsegment.
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