Bandensturm auf Kenscoff: über 40 Tote
- In der Nacht vom 23. auf den 24. August überfielen bewaffnete Banden die Gemeinde Kenscoff auf den Anhöhen von Pétion-Ville und töteten mehr als 40 Menschen.
- Die Banden versuchen seit Monaten, ihren Einfluss auf das Gebiet südlich von Port-au-Prince systematisch auszuweiten.
- Die haitianische Regierung kündigte die Entsendung von Sicherheitsverstärkungen in die betroffene Zone an.
In der Nacht vom Sonntag, dem 23. August, auf Montag, den 24. August haben bewaffnete Banden die Gemeinde Kenscoff auf den Anhöhen von Pétion-Ville, südlich von Port-au-Prince, angegriffen. Nach bisherigen Angaben kamen dabei mehr als 40 Menschen ums Leben – eine der schwersten Gewaltepisoden in der Region seit Monaten.
Systematische Ausweitung des Bandeneinflussses
Die Gemeinde Kenscoff steht seit geraumer Zeit im Visier organisierter Banden. Laut den vorliegenden Informationen versuchten die bewaffneten Gruppen bereits seit mehreren Monaten, ihre Kontrolle über das Gebiet auf den Anhöhen von Pétion-Ville schrittweise auszuweiten. Der Überfall in der Nacht zum Montag markiert eine weitere, besonders blutige Eskalationsstufe in diesem Prozess.
Regierung kündigt Sicherheitsverstärkung an
Als unmittelbare Reaktion auf das Massaker kündigte die haitianische Regierung die Entsendung von Verstärkungskräften in die betroffene Zone an, um die öffentliche Sicherheit in Kenscoff wiederherzustellen. Über Umfang und Zeitplan des Einsatzes lagen zunächst keine näheren Angaben vor.
Die erneute Gewalteskalation im Süden der Hauptstadtregion unterstreicht, wie tief verwurzelt die Bedrohung durch bewaffnete Banden in Haiti ist – und wie begrenzt die staatliche Handlungsfähigkeit bislang geblieben ist.