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Kultur und Kunst 4 min read 2h ago

Harald V.: Eine Liebe gegen alle

  • König Harald V. (†89) starb am Freitagmorgen um 6.35 Uhr in Oslo – einen Tag vor seinem 58. Hochzeitstag mit Königin Sonja.
  • Neun Jahre lang hatten Harald und Sonja gegen das Verbot von König Olav V. gekämpft, bevor die Ehe 1968 genehmigt und vollzogen wurde.
  • Nach einer ernsthaften Ehekrise Anfang der 1980er-Jahre, in der Harald Berichten zufolge Scheidungsbedingungen bei der Regierung erfragte, retteten die beiden die Ehe durch
Harald V.: Eine Liebe gegen alle

Er starb an dem Tag, an dem er und seine Frau eigentlich 58 gemeinsame Ehejahre gefeiert hätten: König Harald V. von Norwegen (†89) verschied am frühen Freitagmorgen um 6.35 Uhr friedlich in einem Osloer Krankenhaus. Königin Sonja (89) traf dort um 7.39 Uhr ein – zu spät, um ihren Mann noch lebend anzutreffen. Mit seinem Tod endet eine Liebesgeschichte, die Norwegen über Jahrzehnte in Atem hielt und die Zukunft der Monarchie einst ernsthaft gefährdete.

Neun Jahre gegen den Willen des Königs

Kennengelernt hatten sich Harald und Sonja im Juni 1959 auf einer Privatparty – er war 22, sie 21. Harald, damals Kronprinz, war nach eigenem späteren Bekunden sofort von Sonjas braunen Augen fasziniert. Nach einem gemeinsamen Abschlussball und dem ersten Kuss stand das Paar jedoch vor einem schier unüberwindbaren Hindernis: Sonja Haraldsen war die Tochter eines Kaufmanns und einer Hausfrau, eine gelernte Schneiderin, die im Bekleidungsgeschäft ihres Vaters arbeitete. Für den Hof war sie damit eine höchst problematische Partnerin. König Olav V. verbot seinem Sohn ausdrücklich, die Bürgerliche zu heiraten.

Was folgte, waren nach Haralds eigener Schilderung neun dramatische Jahre. Das Paar liebte sich im Verborgenen, trennte sich zeitweise, wenn der Druck von Hof oder Öffentlichkeit zu groß wurde. Selbst Haralds ältere Schwester, Prinzessin Astrid (heute 94), wusste nach Angaben der Quelle lange nichts von der Beziehung. Harald blieb trotz allem standhaft. "Ich habe damals gesagt, dass ich unverheiratet bleibe, wenn ich sie nicht heiraten darf", erklärte er später. Diese Haltung war kein privater Starrsinn allein – sie bedrohte das Fortbestehen der Monarchie, denn ohne Ehe drohte auch die Thronfolge zu erlöschen.

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Der König gibt nach – die Hochzeit folgt rasch

Am Ende obsiegte beim alten König Olav V. die dynastische Vernunft. Am 19. März 1968 wurde öffentlich bekanntgegeben, dass Harald Sonja heiraten durfte. Nur fünf Monate später, am 29. August 1968, gaben sie sich im Osloer Dom das Jawort. Doch die Schwierigkeiten hörten damit nicht auf. Der König, dessen Sarg inzwischen ins Schloss überführt wurde, hatte mit Sonja zunächst einen Hof vorzufinden, der nach Schilderungen von Historikern einem "Militärlager" glich – frauenlos und wenig einladend. Als Sonja ihren Schwiegervater Olav um ein eigenes Arbeitszimmer bat, soll dieser geantwortet haben: "Was willst du mit einem Arbeitszimmer?"

Ehekrisen, Therapie und Versöhnung

Harald segelte häufig und war mitunter wochenlang abwesend. Sonja blieb oft allein. Die Ehe geriet in eine ernsthafte Krise. Gerüchte über eine bevorstehende Trennung machten die Runde, Geburtstage wurden zeitweise getrennt gefeiert. Laut den vorliegenden Angaben soll Harald Anfang der 1980er-Jahre sogar bei der Regierung angefragt haben, welche Bedingungen bei einer Scheidung zu beachten seien. Dieser Schritt ist als unbestätigte Angabe zu bewerten.

Das Paar suchte daraufhin gemeinsam Hilfe bei einem Eheberater und unterzog sich einer Therapie. Bei ihrer Silberhochzeit 1993 sagte Harald in einer Ansprache: "Wir wirken harmonisch, aber auch bei uns verläuft nicht automatisch alles gut. Selbst in einer Ehe, die auf gegenseitiger Liebe aufbaut, kann es passieren, dass sich Ehepartner gegenseitig verletzen. Man muss verzeihen können. Die Ehe und die Familie waren es mir wert, darum zu kämpfen."

Haralds und Sonjas Erbe: Verständnis für die eigenen Kinder

Die eigene schwierige Geschichte prägte offenbar auch den Umgang des Paares mit den Lebensweg-Entscheidungen ihrer Kinder. Kronprinz Haakon verliebte sich 1999 in die alleinerziehende Mutter Mette-Marit (heute 53), die eine von Berichten zufolge turbulente Vergangenheit mit Drogenkonsum und Partys hatte. Dass ihr dennoch der Weg bei Hof geebnet wurde, ist nach vorliegenden Angaben vor allem Königin Sonja zu verdanken. Diese erklärte dazu: "Ich habe selbst erlebt, wie grausam es ist, nicht akzeptiert zu werden. Der König und ich wollten Mette-Marit von Anfang an ein anderes Gefühl vermitteln. Sie ist willkommen." Sonja hatte Fehlgeburten erlitten, die der Öffentlichkeit erst Jahrzehnte später durch ihre Biografie bekannt wurden. Ihr letzter gemeinsamer öffentlicher Auftritt mit Harald fand im März 2026 statt. Die Ehe, die einst an den Grenzen der Monarchie zu scheitern drohte, überdauerte knapp 58 Jahre.

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Königliche EheNorwegische Monarchie

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