Iva Moric erklärt Nationen-Wechsel
- Iva Moric (22) wechselte nach drei schweren Jahren – darunter eine Covid-Infektion und die Krebserkrankung ihrer Mutter – vom deutschen zum kroatischen Biathlon-Verband.
- Im IBU-Interview begründete sie den Schritt mit dem Wunsch nach Selbstbestimmung und dem Ablegen von Erwartungen anderer.
- Ihr Weltcup-Debüt für Kroatien bestritt sie in ihrem Heimatort Ruhpolding, wo sie von deutschen Fans herzlich empfangen wurde.
Die 22-jährige Biathletin Iva Moric hat in einem Interview mit dem Biathlon-Weltverband IBU erstmals ausführlich erklärt, warum sie das deutsche Nationalteam verlassen und zum kroatischen Verband gewechselt hat. Der Schritt folgte auf eine Reihe schwerer persönlicher Einschnitte, die die Athletin zeitweilig sogar an ein Karriereende denken ließen.
Medaillengewinnerin unter Druck
Moric galt lange als eines der vielversprechendsten deutschen Biathlon-Talente. Bei den Nachwuchs-Weltmeisterschaften 2022 gewann sie drei Medaillen. Danach geriet ihre Karriere jedoch ins Stocken: Eine Covid-Infektion bremste sie sportlich aus, gleichzeitig erkrankte ihre Mutter an Krebs. In dieser Phase erwog Moric nach eigenen Angaben, den Sport ganz aufzugeben.
Selbstbestimmung als Ausweg
Letztlich entschied sie sich dagegen – und für einen Neubeginn unter kroatischer Flagge. Im IBU-Interview begründete Moric diesen Schritt mit dem Wunsch nach größerer persönlicher Autonomie: "Mir ist bewusst geworden, dass ich in den vergangenen Jahren viele Entscheidungen nur deshalb getroffen habe, um es anderen recht zu machen. Jetzt wollte ich etwas für mich selbst tun." Sie beschrieb die zurückliegenden Jahre als belastend: "Die letzten drei Jahre waren hart für mich. Ich hatte Angst davor, Fehler zu machen und nicht gut genug zu sein. Jetzt habe ich wieder Spaß am Biathlon und freue mich jedes Mal, wenn ich die Ziellinie überquere."
Selbst organisiert, ohne feste Basis
Der Wechsel zum kroatischen Verband brachte strukturelle Veränderungen mit sich, die Moric nach eigener Aussage bewusst in Kauf genommen hat: "Ich organisiere mein Training selbst. Ich plane meine Trainingscamps, habe keine feste Basis mehr und sehe meine Teamkolleginnen nur sehr selten." Gleichzeitig betonte sie, dass dieser Rahmen zu ihr passe: "Ich war schon immer eher Einzelkämpferin."
Emotionales Debüt in der Heimat
Im Januar gab Moric ihr Weltcup-Debüt für Kroatien – ausgerechnet in Ruhpolding, ihrem Heimatort. Den Auftritt beschrieb sie als "unglaublich schön". Besonders bewegte sie die Reaktion des Publikums: "Dort bin ich aufgewachsen. Vor so einem tollen Publikum zu laufen, war unbeschreiblich. Alle haben mich mit Respekt behandelt, auch wenn ich nicht mehr für Deutschland starte. Ich habe jeden Selfie-Wunsch erfüllt." Der warme Empfang durch die deutschen Fans trotz des Nationenwechsels unterstreicht, dass Moricz persönlicher Neustart bislang ohne öffentliche Kontroverse verlaufen ist.
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