Gäste-Trainerzone in Bayern verkleinert
- Die Coaching-Zone für Gäste-Trainer in der Allianz Arena ist seit dieser Saison durch eine diagonale Linie verkleinert worden.
- Hintergrund ist eine DFL-Medienrichtlinie, die mehr Raum für die neben der Gästebank positionierte TV-Hauptkamera an der Mittellinie fordert.
- VfB-Coach Sebastian Hoeneß bezeichnete die Einschränkung als nicht unfair, stand zu Spielbeginn jedoch noch außerhalb der neuen Begrenzung.
In der Allianz Arena gilt seit dem Bundesliga-Auftakt dieser Saison eine neue Regel: Die Coaching-Zone für Gäste-Trainer ist kleiner als jene für den Heimtrainer. Beim 5:1-Sieg des FC Bayern gegen den VfB Stuttgart fiel aufmerksamen Zuschauern auf, dass im Bereich vor der Gästebank eine diagonale Linie gezogen wurde – ausgerechnet an der Stelle, an der Auswärtstrainer erfahrungsgemäß am häufigsten stehen.
DFL-Medienrichtlinie als Ursache
Hinter der Neuregelung steckt kein Markierungsfehler. Grund ist laut vorliegenden Informationen die Umsetzung einer Medienrichtlinie der Deutschen Fußball Liga (DFL), die mehr Raum für die direkt neben der Gäste-Coaching-Zone positionierte TV-Hauptkamera an der Mittellinie verlangt. Weil die Hauptkamera auf der Seite der Auswärtsbank steht – bedingt durch die große, auffahrbare Klappe zum Spielertunnel auf der Bayern-Seite, die einen Standortwechsel verhindert – kam es in der Vergangenheit wiederholt dazu, dass Gäste-Trainer ungewollt ins TV-Bild gerieten. Die diagonale Begrenzungslinie soll nun einen ungestörten Kamerablick auf die linke Spielfeldhälfte vor der Nordtribüne sicherstellen. Ein Umzug der Kamera auf die Bayern-Seite gilt trotz theoretischer Möglichkeit als nicht vorgesehen.
Hoeneß gelassen, Kompany distanziert sich scherzend
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß (44) bewertete die verkleinerte Zone auf Nachfrage bei der Pressekonferenz nach dem Spiel als unproblematisch: "Ich fand es nicht unfair!" Auf die Frage, ob ihm die Änderung gegenüber der Vorsaison überhaupt aufgefallen sei, antwortete Hoeneß: "Mir ist es nicht aufgefallen. Ist das anders als letztes Jahr? Ich weiß nicht, ob irgendein Trainer auf diese Linie schaut." Bayern-Coach Vincent Kompany (40) entzog sich der Debatte mit einem Scherz: "Ich habe damit nichts zu tun …" Bemerkenswert: Hoeneß hatte sich in den ersten Spielminuten noch außerhalb seiner Coaching-Zone bewegt, hielt die neue Begrenzung im weiteren Verlauf jedoch konsequent ein.
Reaktion der Fans und offene Fragen
Bei Teilen des Publikums in der ausverkauften Allianz Arena sorgte die sichtbare Asymmetrie für Verwunderung. Ob Trainer anderer Klubs die Einschränkung ähnlich gelassen hinnehmen werden wie Hoeneß, wird sich im laufenden Saisonverlauf zeigen. Fest steht: Solange die Hauptkamera ihren angestammten Platz auf der Gäste-Seite behält, bleibt die strukturelle Ungleichheit der Coaching-Zonen in München bestehen.
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