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Umwelt und Klima 3 min read 52m ago

Gewittergrenze teilt Deutschland

  • Eine Unwettergrenze südlich von Münster bis Leipzig trennt am Dienstag den regenreichen Südwesten vom sonnigen Nordosten Deutschlands.
  • Meteorologe Dominik Jung warnt vor lokalem Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter, Hagel und stürmischen Böen im Südwesten und Alpenvorland.
  • Die genaue Lage der Gewittergrenze ist laut Experten nicht präzise vorhersagbar und kann sich um bis zu 100 Kilometer verschieben.
Gewittergrenze teilt Deutschland
Gewittergrenze teilt Deutschland

Deutschland erlebt am Dienstag ein gespaltenes Wetterbild: Während im Südwesten Gewitter, Starkregen und örtlich Hagel drohen, zeigt sich der Nordosten bei angenehmen Temperaturen freundlich und zeitweise sonnig. Die Grenze zwischen beiden Wetterregimen verläuft nach Experteneinschätzung etwa südlich von Münster bis nach Leipzig.

Nordosten im Vorteil: Hochdruckkeil bringt Sonnenschein

Diplom-Meteorologe Dominik Jung beschreibt die Lage im Nordosten als begünstigt: "Hier setzt sich zunehmend ein Hochdruckkeil durch, der von Skandinavien nach Mitteleuropa reicht. In diesem Bereich – vom Ruhrgebiet über Niedersachsen und Berlin bis an die Ostseeküste – haben die Menschen tatsächlich das bessere Los gezogen." Die Höchstwerte liegen nach dieser Einschätzung bei 22 bis 25 Grad. Nordöstlich von Hessen bis nach Vorpommern bleibt es demnach überwiegend trocken und freundlich.

Südwesten und Alpenvorland: Unwetterpotenzial am Nachmittag

Anders stellt sich die Lage im Südwesten dar. Bereits am Vormittag sollen von Frankreich und der Schweiz her dichte Wolken aufziehen. Im Tagesverlauf breiten sich Regenfälle bis in die Mitte und den Süden Deutschlands aus. Klimatologe Dr. Karsten Brandt warnt: "Südlich von Münster bis Leipzig verschlechtert sich das Wetter. Es könnte Regen geben. Durch die feuchtwarme Luft drohen sogar Gewitter." Die kritische Phase wird am Nachmittag und Abend erwartet, wenn sich im Südwesten und im Alpenvorland kräftige Schauer und Gewitter entwickeln können. Jung konkretisiert das Risiko: "Lokal ist dabei Starkregen um 20 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich, punktuell auch kleiner Hagel und stürmische Böen. Das Unwetterpotenzial ist nicht flächendeckend, aber wo es kracht, kann es kurzzeitig ungemütlich werden." Die Temperaturen in der Gewitterzone sollen meist zwischen 20 und 27 Grad liegen; am Oberrhein sind bei längeren Sonnenphasen laut Jung bis zu 30 Grad möglich. Dr. Brandt weist darauf hin, dass bei empfindlichen Menschen unter diesen schwülen Bedingungen Kopfschmerzen auftreten könnten.

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Vorhersage bleibt mit Unsicherheit behaftet

Beide Experten betonen die begrenzte Präzision solcher Prognosen. Die genaue Lage der Gewittergrenze lässt sich nach meteorologischen Grundsätzen nicht exakt bestimmen; je nach Modellrechnung kann sie sich noch um 50 bis 100 Kilometer verschieben. Schon wenige Kilometer können darüber entscheiden, ob an einem Ort die Sonne scheint oder kräftiger Regen fällt. Wer in den betroffenen Übergangsbereichen lebt, sollte aktuelle Wetterwarnungen engmaschig verfolgen. Brandt fasst die Gesamtlage nüchtern zusammen: "Eigentlich braucht der Sommer noch einmal eine Vitaminspritze. Doch die ist nicht in Sicht." Wie sich die Wetterlage in den kommenden Tagen weiterentwickelt, analysiert der Bericht Wetterwende in Deutschland: Gewitter beenden Hitzewelle. Hintergründe zur vorangegangenen Hitzephase bietet der Bericht Hitzewelle: Brandt erwartet bis zu 40 Grad.

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