Trump: Öl-Deal mit Venezuela verkündet
- Trump verkündete einen Öl-Deal mit Venezuela, der den USA Zugang zu über 65 Milliarden Barrel – mehr als einem Fünftel der venezolanischen Reserven – verschaffen soll.
- Außenminister Rubio bezifferte die privaten Investitionen für Venezuela auf rund 100 Milliarden Dollar; Übergangspräsidentin Rodríguez erwartet zusätzliche 209 Milliarden Dollar
- Konkrete Gegenleistungen der US-Seite nannte Trump nicht; viele Konzerne zeigen sich wegen maroder Infrastruktur und früherer Enteignungen weiterhin zurückhaltend.
US-Präsident Donald Trump hat einen Öl-Deal mit Venezuela angekündigt, den er auf seinem Onlinedienst Truth Social als "größten Öl-Deal in der Weltgeschichte" bezeichnet. Demnach sollen die Vereinigten Staaten Zugang zu mehr als einem Fünftel der venezolanischen Erdölvorkommen erhalten – nach Trumps Angaben über 65 Milliarden Barrel oder rund 10,3 Billionen Liter. Trump behauptete, die US-Ölreserven würden sich dadurch mehr als verdoppeln. Über konkrete Gegenleistungen der amerikanischen Seite schwieg er sich aus.
Finanzielle Dimensionen laut Beteiligten
Außenminister Marco Rubio schrieb auf X, die Vereinbarung werde Venezuela nahezu 100 Milliarden Dollar an privaten Investitionen einbringen sowie tausende gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen. Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez nannte das Abkommen "historisch" und bezifferte den erwarteten Steuerertrag für den venezolanischen Staat auf weitere 209 Milliarden Dollar. Beide Angaben stammen aus Eigenaussagen der Beteiligten; eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor. An der Aushandlung des Deals waren neben Rubio auch Verteidigungsminister Pete Hegseth beteiligt.
Hintergrund: Maduro in Haft, Rodríguez an der Macht
Rodríguez leitet Venezuela seit Januar, nachdem die USA den früheren Präsidenten Nicolás Maduro in Caracas festgenommen und in die Vereinigten Staaten überstellt hatten. Maduro befindet sich in New York in Haft, wo ihm wegen des Vorwurfs des "Drogenterrorismus" der Prozess gemacht werden soll. Unter Rodríguez hat sich Venezuela verstärkt für ausländische Investitionen geöffnet, insbesondere im Energiesektor. Das Land mit rund 32 Millionen Einwohnern gilt als Inhaber der weltweit größten bekannten Erdölreserven und steckt gleichzeitig in einer langjährigen Wirtschaftskrise.
Industrie bleibt zögerlich
Obwohl die Trump-Regierung heimische Unternehmen zu Investitionen in Venezuela drängte, zeigten sich die meisten Konzerne bislang zurückhaltend. Als Gründe gelten die marode Infrastruktur des Landes sowie frühere Enteignungen ausländischer Investoren. Ob der nun verkündete Deal die Risikoabwägung der Branche verändert, bleibt offen.
Trump versprach den US-Bürgern in diesem Zusammenhang deutlich günstigeren Kraftstoff auf Jahre hinaus. Der innenpolitische Druck ist nicht zu übersehen: Vor den Kongress-Zwischenwahlen im November soll der Deal offenbar als wirtschaftliches Signal wirken. Sollten die angekündigten Reservemengen tatsächlich zugänglich werden, wäre dies eine der größten Verschiebungen in der globalen Ölgeopolitik seit Jahrzehnten – allerdings fehlen bislang vertragliche Details und unabhängige Bestätigungen zu Umfang und Konditionen.
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