Hugo Weaving als Flughafenseelsorger
- Die australische Serie The Airport Chaplain mit Hugo Weaving als Flughafenseelsorger Tobias Wallace startet global auf Netflix und in Australien auf SBS.
- Zentraler Konflikt ist das Kräftemessen zwischen dem eigensinnigen Seelsorger und seiner neuen Vorgesetzten Mira Ansari-Cole, gespielt von Shabana Azeez.
- Dem Presse-Screening lagen nur die ersten vier der acht Episoden vor; die narrative Auflösung einer mysteriösen Passagierin ohne Pass bleibt unbekannt.
Mit Hugo Weaving in der Hauptrolle startet die australische Acht-Teiler-Serie The Airport Chaplain global auf Netflix – in Australien läuft sie parallel auf SBS und SBS on Demand. Die Serie wurde von Elise McCredie und Jude Troy entwickelt und unter der Regie von Bonnie Moir und Tig Terera inszeniert.
Ein Seelsorger als Allzweckwaffe
Weaving spielt Tobias Wallace, einen Flughafenseelsorger – einen Beruf, der tatsächlich existiert, wie die Serie ausdrücklich betont. Tobias ist weit mehr als ein spiritueller Beistand: Er findet verloren gegangenes Gepäck, organisiert den Transport von Verstorbenen, greift bei häuslicher Gewalt ein und vermittelt zwischen Online-Paaren, die sich erstmals persönlich begegnen. Der Rezensent vergleicht ihn mit Batman in einem Flughafen – einem Helden nicht in einem Cape, sondern in einer Warnweste.
Konflikt mit der neuen Vorgesetzten
Dramatische Spannung entsteht durch die Ankunft von Terminalleiterin Mira Ansari-Cole, gespielt von Shabana Azeez, die auch in der HBO-Serie The Pitt zu sehen ist. Ansari-Cole zeigt sich skeptisch gegenüber Tobias' Selbstverständnis als unverzichtbare Stütze des Flughafenbetriebs: Sie besteht auf täglichen Berichten, die er brüsk ablehnt. Der daraus entstehende Konflikt zwischen Eigenverantwortung und institutioneller Kontrolle gibt der Serie laut Kritik eine solide narrative Grundlage.
Episodische Struktur mit rotem Faden
Die Drehbuchautorinnen McCredie, Mithila Gupta, Sarah Bassiuoni und Vidya Rajan arbeiten mit einem episodischen Format, das laut der vorliegenden Kritik strukturell etwas ungleichmäßig wirkt. Als verbindender Handlungsstrang zieht sich die Geschichte einer rätselhaften jungen Frau namens Asha Chawla (Kavitha Anandasivam) durch mehrere Folgen: Sie wird in einem Gebetsraum aufgefunden, verweigert jede Aussage und besitzt weder Pass noch Mobiltelefon. Der Presse lagen zum Zeitpunkt der Besprechung lediglich die ersten vier von acht Episoden vor; ob spätere Folgen die offenen Fragen einlösen, bleibt offen.
Weavings Präsenz als tragendes Element
Trotz der strukturellen Unebenheiten gilt Weaving – einer der bedeutendsten australischen Film- und Bühnenschauspieler – als Klammerglied der Serie. Seine Darstellung verbinde Würde und Glaubwürdigkeit, ohne in Überzeichnung zu verfallen. Die Kritik bescheinigt der Serie hohes Binge-Potenzial: Jede der ersten vier Folgen ist dicht erzählt und konsequent auf Tempo getrimmt. Damit positioniert sich The Airport Chaplain als ernstzunehmendes Beispiel dafür, wie australische Produktionen zunehmend globale Streaming-Reichweite beanspruchen.
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