Karl nach Comeback: 84 Tage Leidenszeit
- Lennart Karl (18) feierte nach 84 Tagen Verletzungspause beim 5:1 gegen Stuttgart sein Bundesliga-Comeback, eingewechselt in der 84. Minute für Harry Kane.
- Der 18-Jährige hatte sich am 5. Juni in Chicago einen Muskelbündelriss im linken, vorderen Oberschenkel zugezogen und schätzt seine aktuelle Fitness auf knapp 90 Prozent.
- Karl hofft auf eine Nominierung durch Bundestrainer Jürgen Klopp für die Nations-League-Spiele im September und Oktober; eine Entscheidung steht noch aus.
Lennart Karl ist zurück. 84 Tage nach seiner schweren Muskelverletzung feierte der 18-Jährige am Freitagabend beim 5:1-Sieg des FC Bayern gegen den VfB Stuttgart sein Comeback in der Bundesliga – eingewechselt in der 84. Minute für Harry Kane durch Double-Coach Vincent Kompany. Ein symbolisch aufgeladener Moment für das Offensivtalent des deutschen Rekordmeisters.
Verletzung in Chicago, Rückkehr an der Säbener Straße
Der Ursprung der Leidenszeit liegt im Abschlusstraining vor der WM-Generalprobe gegen die USA am 5. Juni in Chicago. Dort zog sich Karl einen Muskelbündelriss im linken, vorderen Oberschenkel zu und verließ den Trainingsplatz unter Tränen. Die Verletzung, so Karl nach Abpfiff in München, dauerte am Ende zwölf Wochen – nach eigenen Angaben ungewöhnlich lang für diese Art von Verletzung. Nach dem WM-Aus erholte er sich zunächst gemeinsam mit seiner Freundin Zoe Käppele im Urlaub, ehe er Ende Juni die Reha an der Säbener Straße aufnahm.
"Ich bin sehr, sehr glücklich, wieder zurück zu sein. Es war ein sehr, sehr harter Weg – am Anfang eher für den Kopf, aber danach eher körperlich", sagte Karl nach dem Spiel. Neben dem medizinischen Betreuerstab seien vor allem die Mannschaftskollegen eine wichtige Stütze gewesen: "Die Mannschaft hat mich sehr, sehr gut unterstützt. Der Staff hat mich gut mitgenommen in der harten Zeit. Dadurch bin ich auf jeden Fall gut zurückgekommen."
Gnabry weiter im Aufbau
Einen Teil der Reha absolvierte Karl gemeinsam mit Serge Gnabry (31), der nach einem Adduktoren-Ausriss im rechten Oberschenkel weiterhin im Aufbautraining ist und gegen Stuttgart noch nicht zum Einsatz kam. Für Karl war der Kurzeinsatz hingegen ein erster Schritt zurück auf den Rasen – nach neun Toren und acht Vorlagen in 39 Pflichtspielen der vorangegangenen Saison.
Noch nicht bei 100 Prozent – Hoffnung auf Klopp-Nominierung
Wie fit ist Karl tatsächlich? Der Youngster selbst schätzte seinen Zustand offen ein: "Auf jeden Fall noch nicht ganz bei 100 Prozent, aber ich komme schon fast an die 90 dran, denke ich mal." Trotz dieser Einschränkung äußerte er die Hoffnung, von Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp für die anstehenden Nations-League-Spiele gegen die Niederlande (24. September), Griechenland (27. September) sowie Serbien (1. und 4. Oktober) berücksichtigt zu werden. Klopp war am Freitag als Zuschauer in der Allianz Arena. "Ich hoffe, dass ich dabei bin. Ich arbeite sehr hart daran, dass ich wieder komplett fit werde. Dann müssen wir sehen, was der Bundestrainer macht", so Karl. Eine Entscheidung Klopps liegt noch nicht vor.
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